Tagesschau
09. August 2020 aktualisiert um 20:45
Politik und Institutionen

​Gedenktag

Italien gedenkt zweier großer Tragödien vor 40 Jahren

Feierlichkeiten in Bologna für Opfer des Bahnhofanschlags mit 85 Todesopfern und des mysteriösen Flugzeugabsturzes vor der Insel Ustica
Quelle © Ansa Staatspräsident Mattarella am Bologna Gedenktag
Staatspräsident Mattarella am Bologna Gedenktag
Mit einer großen Gedenkzeremonie in Bologna gedenkt Italien zweier schwerer Tragödien, die das Land vor genau 40 Jahren schwer erschüttert haben: Der mysteriöse Flugzeugabsturz einer DC-9-Maschine im Mittelmeer unweit der Insel Ustica am 27. Juni 1980 und der Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna am 2. August 1980.
Gedenktag in BolognaGedenktag in Bologna

Gedenken in Corona-Manier

Nachdem Staatschef Sergio Mattarella bereits am Donnerstag Bologna besucht hatte, leitete Senatspräsidentin Maria Elisabetta Alberti Casellati die sonntägliche Gedenkfeier. Eine Demonstration von Familienangehörigen von Opfern des Anschlags am Bahnhof wurde wegen der Coronakrise abgesagt.
Das rekonstruierte Wrack von UsticaDas rekonstruierte Wrack von Ustica

Die Chronik der Geschichten

Am 27. Juni 1980 wurde eine DC-9-Maschine, die von Mailand Richtung Palermo unterwegs war, von einer Rakete im Mittelmeer unweit der Insel Ustica abgeschossen. Das Oberste Gericht in Rom schloss nicht aus, dass die Passagiermaschine versehentlich von einem amerikanischen NATO-Kampfflugzeug abgeschossen worden war. Die Rakete, die möglicherweise die Maschine der Fluglinie Itavia traf, könnte auf einen libyschen Kampfjet gerichtet gewesen sein und versehentlich das Passagierflugzeug getroffen haben. Die Hintergründe des Falls wurden nie wirklich geklärt.
Bilder des Anschlags in BolognaBilder des Anschlags in Bologna

Der Anschlag von Bologna

85 Tote und mehr als 200 Verletzte sind hingegen die Bilanz des Anschlags auf dem Bahnhof von Bologna. Noch unklar ist, wer die wahren Auftraggeber des Anschlags sind. Das Attentat von Bologna ist bis heute der blutigste Terroranschlag in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg. Die beschädigten Gebäudeteile wurden wiederaufgebaut, der Fußboden und ein tiefer Riss in der Wand wurden jedoch als Mahnmal an den Anschlag unverändert beibehalten. Außerdem ist die Bahnhofsuhr seit damals auf 10.25 Uhr gestellt, der genauen Uhrzeit der Explosion.
 
(apa/zb)

					

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