Tagesschau
09. August 2020 aktualisiert um 20:45
Tourismus

​Kunst

Österreicher beschädigte Canova-Statue in Possagno

Digitale Dummheit: Beim Selfie-Schießen wurden zwei Zehen des berühmten Paolina-Bonaparte-Werks gebrochen.
Quelle © Ansa Die berühmte Paolina Statue
Die berühmte Paolina Statue
Ein österreichischer Tourist, der mit einer Gruppe das Museum des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) in Possagno unweit von Treviso besuchte, hat eines der berühmtesten Werke des Künstlers beschädigt. Um ein Selfie zu schießen, setzte sich der Tourist auf das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte und brach damit zwei Fußzehen ab.

Respektloses Verhalten

Danach verließ die Gruppe das Museum ohne den Schaden zu melden. Die Museumsleitung, die wenige Minuten nach dem Vorfall die Gipsfragmente fand, konnte die Gruppe mithilfe der Videos von Überwachungsanlagen und des Anmeldungsformulars der Touristen identifizieren. Mit dem Fall beschäftigen sich jetzt die Carabinieri. Angaben über die Herkunft des Touristen wollte die Museumsleitung nicht geben.

Meisterwerk des Neoklassizismus

Die Marmor-Abbildung der Paolina Bonaparte Borghese, Schwester Napoleons, ist eines der Meisterwerke des Neoklassizismus. Die hier als siegende Venus dargestellte Prinzessin ist das bekannteste Werk der aktuellen Sammlung im Canova Museum in Possagno, dem Geburtsort des Bildhauers. Dabei handelt es sich um das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte, die in der Galleria Borghese in Rom ausgestellt ist.
Canova Museum in PossagnoCanova Museum in Possagno

Restaurierung beauftragt

Inzwischen hat das Museum bereits ein Team beauftragt, die Gipsstatue zu restaurieren.

"Wir rufen Besucher immer wieder auf, sich nicht auf die Statuen zu setzen. Verantwortungsloses Verhalten schadet den Schätzen, die unser Museum aufbewahrt. Zum Glück haben wir die gebrochenen Gipsteile gefunden. Das hilft uns bei der Restaurierung". (Moira Mascotto, Museumsleiterin)

 Das Museums Antonio Canova in Possagno wurde 1836 im Wohnhaus des Künstlers von dessen Bruder Gian Battista Sartori eingerichtet. Im Museum sind Gipsmodelle zu sehen, die Canovas Marmorarbeiten vorausgingen. Aufbewahrt sind auch Gemälde, Stiche, Zeichnungen, Stücke aus Marmor, Werkzeuge und einige Kleider des Künstlers zu sehen.
 
(apa/zb)

					

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