Tagesschau
19. Oktober 2021 aktualisiert um 06:45
Politik und Institutionen

Brixen

Verwaltungsgericht stoppt Heller-Projekt

Der direkte Auftrag an einen Künstler sei nicht zulässig, haben die Verwaltungsrichter entschieden. Die Umgestaltung müsse ausgeschrieben werden.
Quelle © Rai Tagesschau Der Brixner Hofburggarten im Dornröschenschlaf
Der Brixner Hofburggarten im Dornröschenschlaf
Das Bozner Verwaltungsgericht hat die geplante Umgestaltung des Brixner Hofburggartens durch den Künstler André Heller vorerst gestoppt, das teilte die Architektenkammer mit. Demnach hat das Gericht dem Rekurs der Kammer der Architekten und Landschaftsplaner stattgegeben und den Beschluss der Gemeinde Brixen, mit dem der Gesellschaft "Büro André Heller GmbH" aus Wien ohne öffentlichen Wettbewerb der direkte Auftrag erteilt wurde, den Hofburggarten in Brixen zu gestalten und zu planen, aufgehoben.

Umgestaltung muss ausgeschrieben werden

Die Richter hätten festgelegt, dass der direkte Auftrag an die Heller-Gesellschaft "die Prinzipien des Wettbewerbs im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens sowie die Gesetzesbestimmungen zum Schutz der Kategorie der Architekten" verletze, schreibt die Kammer weiter.

Insbesondere hätten sie festgehalten, dass die Gestaltung und die Planung des Hofburggartens in Brixen nicht als einzigartige künstlerische oder unersetzliche Leistung angesehen werden kann. Der direkte Auftrag an einen Künstler sei deshalb nicht zu rechtfertigen. Vielmehr umfasse der Auftrag "verschiedene Planungsleistungen", die gemäß den Vergabebestimmungen auszuschreiben gewesen wären.

Die Reaktion

Die Grünen haben sich doppelt erfreut über das Urteil gezeigt. Einmal erinnern sie "daran, dass zu diesem Zweck (die direkte Vergabe des Auftrags an Heller, Anm. Red.) das Vergabegesetz abgeändert- und  kurzerhand ermöglicht wurde, den Auftrag für "einzigartige Kunstwerke" ohne vorherige Veröffentlichung zu vergeben", so Brigitte Foppa.

Zweitens zeigen sich die Grünen erfreut darüber, dass nun die Möglichkeit besteht, dass der Garten frei zugänglich werde. "Gerade die jetzige Zeit zeigt auf, wie wichtige es ist, Erholungsräume für alle Bürgerinnen und Bürger in der Nähe des Wohnorts in der Stadt zu haben."

ep

					

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