Tagesschau
27. Februar 2021 aktualisiert um 10:29
Politik und Institutionen

Meran

​Der Fall "Freunderlwirtschaft" und wie die SVP darauf reagiert

Die Meraner Opposition wirft Paul Rösch Freunderlwirtschaft vor, die SVP Meran will sich zurückhalten.
Quelle © Paul Rösch Paul Rösch
Paul Rösch
In Meran hängt bekanntlich der städtische Haussegen derzeit schief, und die Stadt bereitet sich nach dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen auf Neuwahlen vor. Der Wahlkampf ist damit schon wieder im Gange, und dabei geht es auch um die letzten Personalentscheidungen des nicht mehr amtierenden Bürgermeisters.

Der Fall "Freunderlwirtschaft"

Kurz vor seinem Ausscheiden vom Bürgermeisteramt soll Paul Rösch einigen Personen kurzfristig ein Amt verschafft haben. Er soll seinem Kabinettschef Lukas Elsler einen Posten als Covid-Pressebeauftragten und dem Oberschullehrer Martin Daniel einen Posten bei den Stadtwerken verschafft haben. Die Oppisition spricht nun von Freunderlwirtschaft.

Taranto: "Intransparente" Postenvergabe 

Die ehemalige Geschäftsführerin des Ökoinstitutes Südtirol Irene Senfter trat für die Liste Rösch Grüne zum Wahlkampf an, damit legte sie ihren Posten im Verwaltungsrat der Stadtwerke Meran nieder. Rösch soll ihre Position während der Koalitionsverhandlung Ende Oktober mit seinem Listenkandidaten Martin Daniel ersetzt haben.

Reaktion der SVP

Nun hat ach die SVP Meran reagiert. Stadtobmann Ernst Fop, sagte zwar, dass er sich zu diesem Fall nicht äußern möchte, sagte aber gegenüber Rai Südtirol dann doch:

"Es bedrückt mich, dass so etwas genau bei den Grünen passieren kann. Die SVP sollte aber vor ihrer eigenen Haustüre kehen, und ich werde nicht mit Schmutz schmeißen."

(Ernst Fop, Stadtobmann SVP Meran)

Dass der ehemalige Kabinettschef kurzfristig für drei Monate zum Covid-Pressebeauftragten ernannt wurde stößt jedenfalls der Meraner Opposition besonders sauer auf. Rösch habe sich auch mit der Beauftragung von Alexander Schiebel für eine gescheiterte Facebookseite intransparenter verhalten, als er selbst stets der Opposition vorwarf, kommentiert Walter Taranto von La Civica. Der vermeintliche Freund aller habe immer wieder gegen die Verwaltungsvorschriften verstoßen.
 
Paul Rösch wollte zum Vorwurf nicht Stellung nehmen. Gemeindesekretär Günther Bernhardt erklärte auf Anfrage, er werde die Angelegenheiten an die Kommissarin übergeben.
 
ge/br/zb

					

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