Tagesschau
01. Juli 2022 aktualisiert um 18:54
Gesundheit

Europäische Union

Die Aufteilung der Impfdosen

Für den Impfstart haben die EU-Länder unterschiedlich viele Impfdosen erhalten. Europol warnt vor Impfstoff-Betrug.
Quelle © EPA
Begleitet von Politik und Kameras am Sonntagvormittag in mehreren EU-Staaten die ersten Personen gegen das Coronavirus geimpft worden. Den Anfang machten Senioren sowie Ärzte und medizinisches Personal.
 
Italien hat bis jetzt 9.750 Impfdosen erhalten. Dabei handle es sich, wie in allen anderen EU-Staaten, um eine symbolische Lieferung, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. Italiens Covid-19-Komissär Domenico Arcuri erklärte, dass die ersten Lieferungen in Europa proportional zur Bevölkerung vergeben wurden. Bereits ab der neuen Woche werde Italien dann 470.000 Dosen wöchentlich erhalten. Bis Ende April sollen 8.749 Millionen Impfdosen von Pfizer-BionTech und 1.346 Millionen vom Anbieter Moderna in Italien eintreffen.

Welcher Staat hat wie viele Dosen erhalten?

Die Nachrichtenagentur Reuters bietet einen Überblick über die Größe der ersten Lieferungen:

Deutschland (83 Millionen Einwohnern) hat über 150.000 Impfdosen erhalten.
Frankreich (67 Millionen Einwohnern) hat 19.500 Impfdosen erhalten.
Spanien (46 Millionen Einwohnern) soll heute 350.000 Impfdosen erhalten.
Portugal (10 Millionen Einwohner) soll bis Jahresende 80.000 Impfdosen erhalten.
Dänemark (5,8 Millionen Einwohner) hat 40.000 Impfdosen erhalten.
Norwegen (5 Millionen Einwohner) hat 10.000 Impfdosen erhalten.
Schweden (10 Millionen Einwohner) hat 10.000 Impfdosen erhalten.
Serbien (7 Millionen Einwohner) hat laut Ministerpräsidentin Ana Brnabic 4.875 Impfdosen erhalten.
Rumänien (19 Millionen Einwohner) hat rund 10.000 Impfdosen erhalten.
Tschechien (10 Millionen Einwohner) hat rund 10.000 Impfdosen erhalten.
Slowakei (5 Millionen Einwohner) hat rund 10.000 Impfdosen erhalten.
Bulgarien (7 Millionen Einwohner) hat rund 10.000 Impfdosen erhalten.
Ungarn (9,8 Millionen Einwohner) soll mit der ersten Lieferung 35.000 Menschen impfen könne, sagt Ministerpräsident Viktor Orban.
Das Nicht-EU-Land Schweiz (8,6 Millionen Einwohner) hat 107.000 Impfdosen erhalten.

Es gibt erste Hinweise auf Impfstoff-Betrug

Zum Beginn der Corona-Impfungen in der Europäischen Union warnt die europäische Polizeibehörde Europol vor Betrügern. Es bestehe die reale Gefahr, dass Kriminelle versuchen, die immense Nachfrage auszunutzen, sagte Direktorin Catherine De Bolle den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Darauf gebe es schon konkrete Hinweise, wie etwa Verkaufsangebote in sozialen Netzwerken.
 
Wer darauf anspringe, dem werde entweder nach Bezahlung gar nicht geliefert oder er bekomme gefälschten Impfstoff. „Wenn man Opfer eines solchen Betrugs wird, kann das natürlich ernste gesundheitliche Folgen haben", warnte sie. Europol habe den Mitgliedstaaten bereits eine Warnmeldung übermittelt und sie aufgerufen, sehr wachsam zu sein.

Achtung Diebstahl

Auch müssten die Behörden auf Diebstahlsversuche vorbereitet sein. „Im ersten Lockdown hatten es Banden zum Beispiel auf Schutzmasken-Transporte abgesehen. Das ist jetzt auch beim Impfstoff eine Gefahr", sagte sie. Europol identifiziere mögliche Hotspots, an denen eine besonders hohe Gefahr für entsprechende Straftaten bestehen könnte. „Außerdem gibt es auch eine spezielle Polizei-Kooperation in der EU, um die Transporte zu beschützen."

(et/apa)

					

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