Tagesschau
20. Mai 2022 aktualisiert um 19:56
Kunst und Kultur

Journalistenpreis

Der „neue“ Gatterer-Preis

Nach dem Skandal um den Claus-Gatterer-Preis und den österreichischen Journalistenclub verleiht das Land Südtirol im Sommer eine neue Gatterer-Auszeichnung.
Quelle © Facebook/ÖJC Der gebürtige Sextner Journalist und Historiker Claus Gatterer starb 1984
Der gebürtige Sextner Journalist und Historiker Claus Gatterer starb 1984
Der Preis nennt sich „Auszeichnung für hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus Gatterer“. Eine Bezeichnung, die etwas holprig klingt. „Aber“, sagte der österreichische Journalist und Gatterer-Weggefährte im Rai Südtirol Mittagsmagazin, „wir konnten die Bezeichnung Claus-Gatterer-Preis aus urheberrechtlichen Gründen nicht verwenden. Die Rechte auf diese Bezeichnung hält weiterhin der österreichische Journalistenclub.“
Und es war auch dieser Club, der 2019 vom Tiroler Blogger Markus Wilhelm wegen undurchsichtiger Finanzierung des Preises, in die Kritik geriet. Schon zuvor hatte das Land Südtirol die Finanzierung des Preises aufgekündigt. Deshalb war der Preis im Burgenland und nicht mehr in Gatterers Heimatgemeinde Sexten vergeben worden. Doch das ist jetzt Geschichte.

Rückkehr nach Sexten

Am 28. Juni, Gatterers Todestag, wird die neue Auszeichnung erneut in Sexten verliehen. Mit 10.000 Euro ist der neue Preis dotiert, mit dem ein engagierter und verantwortungsvoller Journalismus ausgezeichnet werden soll. „Es ist ein Preis für Qualitätsjournalismus“, sagt Kulturlandesrat Philipp Achammer, „dieser Preis soll das Erbe Claus Gatterers und dessen Einsatz für Minderheiten und soziale Randgruppen hochhalten und würdigen.

„Claus Gatterer hat als Historiker, Schriftsteller und Dokumentarfilmer, vor allem aber als Journalist aufgezeigt, dass die Gegenwart reparieren muss, was die Vergangenheit ruiniert und verpatzt hat.“

Philipp Achammer, Kulturlandesrat

Neue Zusammenarbeit und namhafte Jury

Das Land Südtirol hat für die Gatterer-Auszeichnung das Preisgeld gestiftet. Verliehen wird die Auszeichnung durch den österreichischen Presseclub Concordia und der Michael-Gaismair-Gesellschaft. Bis zum 31. März können österreichische und Südtiroler Journalisten sowie Publizisten und Redaktionen ihre Beiträge einreichen. Die Beiträge müssen entweder in deutsch, italienisch oder ladinisch verfasst sein und sind an den Presseclub Concordia zu schicken.

Bewertet werden die Beiträge anschließend von einer namhaften Jury: Lisa Maria Gasser (Salto.bz), Lilli Gruber (La7), Thomas Hanifle (Journalist und Gatterer-Biograf), Nina Horaczek (Der Falter), Peter Huemer (Publizist und Journalist), Franz Kössler (Journalist), Kurt Langbein (Filmemacher und Journalist), Edith Meinhart (Profil), Corinna Milborn (ProSieben.Sat1.PULS4), Günther Pallaver (Michael Gaismair Gesellschaft), Armin Wolf (ORF) und Sahel Zarinfard (Dossier).
 
(hase)

					

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