Tagesschau
27. September 2021 aktualisiert um 22:00
Gesundheit

Coronavirus

Virologe Crisanti zu Südtirol: „Lockdown wie in Codogno nötig“

Der renommierte Virologe und Mikrobiologe Andrea Crisanti hält Südtirols Infektionsgeschehen für alarmierend und fordert einen ultraharten Lockdown.
Quelle © Rai Professor Crisanti kritisierte bereits früher die Südtiroler Landesregierung
Professor Crisanti kritisierte bereits früher die Südtiroler Landesregierung
Die Südtiroler Landesregierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionslage samt neuer Varianten des Coronavirus verlängert. Bis zum 14. März sollen die harten Maßnahmen gelten.

Für den italienischen Mikrobiologen und Virologen Andrea Crisanti, Berater von Ex-Ministerpräsident Giuseppe Conte, gehen die getroffenen Maßnahmen jedoch nicht weit genug.

Wie Crisanti in einem Interview mit dem Onlineblatt „ildolomiti.it“ ausführt, sei die Situation in Südtirol alarmierend. Das Risiko sei insbesondere wegen der aufgetretenen Fälle der südafrikanischen Mutation derart groß, dass kein Weg an einem ultraharten Lockdown vorbeiführe: „Es braucht einen Lockdown wie wir ihn in Codogno gesehen haben. Einen Lockdown, bei dem alles zu ist und alle zu Hause bleiben“, wird Crisanti auf ildolomiti.it zitiert.

„Es darf nicht sein, dass wir wegen ein paar Idioten die Gesundheit des gesamten Landes aufs Spiel setzen.“
Andrea Crisanti, Mikrobiologe und Virologe


Codogno in der Lombardei gilt bis heute als der verortete Inbegriff für die Coronapandemie. In der 15.000-Einwohner-Stadt waren die ersten größeren Infektionsherde ausgemacht worden. Die Stadt wurde daraufhin – u.a. mit Hilfe des Militärs – von der Außenwelt abgeriegelt.

Mehr Militärpräsenz fordert Crisanti auch in Bezug auf Südtirol. Soldaten sollten die Sperrgebiete und die Einhaltung der Regeln stärker kontrollieren. „Es darf nicht sein, dass wir wegen ein paar Idioten die Gesundheit des Landes aufs Spiel setzen“, so Crisanti im Interview.

Bereits im November hatte Crisanti die Politik in Südtirol und ihren Umgang mit der Coronapandemie kritisiert. 

hp

					

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