Tagesschau
24. Oktober 2021 aktualisiert um 19:38
Gesundheit

Coronavirus EU

EU-Gesundheitsbehörde: Geringer Mehrwert von FFP2-Masken

Auch in Südtirol gelten FFP2-Masken als besonders guter Schutz gegen das Coronavirus. Nun widerspricht die EU.
Quelle © Ansa
Im Kampf gegen das Coronavirus weckt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC Zweifel am Zusatznutzen von FFP2-Masken im Alltag.

"Der erwartete Mehrwert der universellen Verwendung von FFP2-Atemschutzmasken in der Gemeinschaft ist sehr gering".

(EU-Gesundheitsbehörde)

Auch die Kosten und mögliche Nachteile sprächen gegen eine Empfehlung, in der Öffentlichkeit FFP2-Masken anstelle von anderen Masken zu tragen. Details zu diesen möglichen Nachteilen wurden zunächst nicht genannt.
Schild in einer Meraner SchuleSchild in einer Meraner Schule

FFP2-Masken überschätzt

Die besonders dichten, aber teureren Masken sollen vor Schadstoffpartikeln wie Staub oder auch Aerosolen schützen. Sie werden inzwischen vielerorts anstelle normaler Alltagsmasken verlangt. Erst vor kurzem hatte auch die Landesregierung empfohlen, in Öffentlichen Verkehrsmitteln oder für Lehrpersonen FFP2-Masken, OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 zu fordern. Doch die Frage ist, ob dadurch das Infektionsgeschehen wirklich eingebremst werden kann.

Beweislage nicht stark genug

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte in Brüssel die Einschätzung der EU-Behörde.

"Die ECDC sagt, die Beweislage sei im Moment nicht stark genug für eine Notwendigkeit, dies im Alltag zu empfehlen".

(Stella Kyriakid, EU-Gesundheitskommissarin)

Wichtig sei, überhaupt eine Maske korrekt zu tragen und Abstand zu halten. Aber im Moment, so die Kommissarin weiter, unterstütze das ECDC das Tragen von FFP2-Masken in der Gemeinschaft nicht, gemäß den ihnen vorliegenden Hinweisen. Auch erklärte das ECDC, dass selbst das Auftreten von neuen Varianten des Coronavirus keine anderen Maskentypen als diejenigen notwendig mache, die derzeit im Rahmen von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen gegen Corona verwendet würden. Die Behörde ist nach eigenen Angaben gerade dabei, ein Dokument mit Einschätzungen zum Maskengebrauch im sozialen Umfeld zur Verringerung der Coronavirus-Übertragung zu aktualisieren.
 
(zb/dpa)

					

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