Corona-Impfung

AstraZeneca: Ermittlungen und Absage von Impfterminen

Die Ermittlungen zur verbotenen AstraZeneca-Charge laufen auf Hochtouren, 250.000 Ampullen wurden verteilt. Viele sagten ihren Impftermin ab.

AstraZeneca: Ermittlungen und Absage von Impfterminen
Ansa
In mehreren Städten haben die Carabinieri mit der Konfiszierung der Charge ABV 2856 des Impfstoffes AstraZeneca begonnen, die von der Arzneibehörde AIFA am Donnerstag verboten worden ist. Dosen aus dieser Charge mit circa 250.000 Ampullen wurden in den vergangenen Tagen in ganz Italien verteilt. Zwei Militärangehörige und ein Polizist starben auf Sizilien, einige Stunden nachdem sie mit dem Vakzin der Charge ABV 2856 geimpft worden waren.

Ermittlungen nach mehreren Todesfällen

In Sizilien leitete die Justiz Ermittlungen ein und informierte die AIFA-Behörde. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 43-jährigen Militäroffizier, der wenige Stunden nach der Impfung einem Herzstillstand erlag. Die Angehörigen berichteten, dass er vor der Impfung gesund war. Ermittelt wird auch um einen 50-jährigen Polizisten aus Catania, der vor zwölf Tagen nach der Impfung gestorben ist. Auch ihm war eine Dosis aus der betroffenen Charge injiziert worden. Bei dem dritten Todesfall nach der AstraZeneca-Impfung handelt es sich um einen sizilianischen Militärangehörigen, bei dem nach der Impfung eine Thrombose eingetreten sein soll.

Ermittlungen wurden auch wegen des Todes eines Mitarbeiters einer Schule im Raum von Neapel aufgenommen, der am Montag immunisiert worden war. Vergangene Woche war eine 62-jährige Lehrerin in Neapel nach der Impfung verstorben.

Das Gesundheitsministerium entsendete Inspektoren nach Sizilien, um zu kontrollieren, ob die Impfungsprozeduren eingehalten worden seien. Das Oberste Gesundheitsinstitut prüft den Inhalt der Ampullen der verdächtigten Charge.

Viele Absagen von Impfterminen

Die Telefone der Gesundheitsbehörden liefen heiß: Viele Militärangehörige und Lehrkräfte, die mit AstraZeneca immunisiert werden sollen, erklärten sich besorgt. Laut Gesundheitsbehörden gab es bereits viele Absagen von Impfterminen.

In Südtirol wurden Anfang Februar 2.520 Dosen dieser Charge verimpft. Informationen über schwere Impfreaktionen gibt es derzeit aber keine. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb erklärte in einer Aussendung, die aktuell zur Verfügung stehenden Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca würden nicht dieser Charge angehören. Deshalb werde die Impfung wie geplant fortgesetzt. 

Dagegen rät der Immunologe Bernd Gänsbacher zur Aussetzung der Impfung mit AstraZeneca. Nur so könne man die Vorgänge genau prüfen.

Aufgrund der Entwicklungen waren heute früh beim Online-Anmeldeportal des Südtiroler Sanitätsbetriebes wieder einige Impftermine für Über-75-Jährige frei.

In Italien haben sechs Millionen Menschen zumindest eine Impfdosis erhalten.

 ka