Tagesschau
08. Dezember 2021 aktualisiert um 12:02
Gesundheit

​AstraZeneca

Untersuchung nach Tod von Krankenschwester

In Österreich sorgt der Tod einer Krankenschwester für Verunsicherung. Es wird untersucht, ob der Todesfall mit der Corona-Impfung zusammenhängt.
Quelle © Flickr Der Impfstoff des britsch-schwedischen Herstellers Astrazeneca
Der Impfstoff des britsch-schwedischen Herstellers Astrazeneca
Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) hat eine Untersuchung des Todesfalls einer Krankenschwester aus Niederösterreich veranlasst. „Aktuell gibt es noch keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung", betonte die Behörde. Der Krankenschwester wurde AstraZeneca verimpft. FPÖ-Chef Norbert Hofer forderte deshalb den vorläufigen Stopp von AstraZeneca-Impfungen.

Zwei Verdachtsfälle

Neben der 49-jährigen Krankenschwester musste auch eine 35-jährige Kollegin medizinisch behandelt werden. Sie hatte eine Lungenembolie entwickelt. In beiden Fällen muss geprüft werden, ob es einen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung gibt. Die 49-Jährige ist nach einem Tag auf der Intensivstation an einer schweren Gerinnungsstörung verstorben, die 35-Jährige ist auf dem Weg der Besserung. Beide sollen den Impfstoff aus derselben Charge im Landesklinikum Zwettl gespritzt bekommen haben. Die betroffene Charge wird nicht mehr verimpft.

MedUni Wien prüft Todesfall

Die MedUni Wien prüft jetzt, ob es einen Zusammenhang zwischen Impfstoff und Todesfall gibt. Das werde einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es. Die Mediziner betonten aber auch, derzeit gibt es noch keinen Nachweis für einen Zusammenhang. „Aufgrund der bekannten klinischen Daten ist ein kausaler Zusammenhang nicht herstellbar, da insbesondere thrombotische Ereignisse nicht zu den bekannten oder typischen Nebenwirkungen des betreffenden Impfstoffes zählen", erläuterte das BASG. Auch in der sofort veranlassten internationalen Analyse der Nebenwirkungsmeldungen sei bisher keine Häufungen ähnlicher Fallberichte sichtbar geworden.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basierend auf einem globalen klinischen Programm mit 23.000 Teilnehmern zugelassen worden. In Österreich darf ab Freitag auch AstraZeneca an ältere Personen verimpft werden. Italien will einen ähnlichen Weg gehen.

(apa/pt)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Gesundheit