Tagesschau
27. September 2021 aktualisiert um 18:06
Gesundheit

Südtirol

Schlaganfall drei Wochen nach Impfung: Impfgegner versuchen Offensive

Arzt erleidet drei Wochen nach Corona-Impfung einen Schlaganfall. Impfgegner erheben Vorwürfe, das Gericht prüft sie. Gänsbacher: "Keine Angst".
Quelle © Rai Südtirol

Ein am Brixner Krankenhaus praktizierender Arzt hat einen Schlaganfall erlitten und ist nach Aufenthalten in den Krankenhäusern von Brixen und Bozen verstorben. Impfgegner stellen einen Zusammenhang her zwischen dem Tod des 64-jährigen Arztes und einer drei Wochen zuvor erhaltenen Corona-Impfung. 

Die Vorwürfe hat ein in Bozen frei praktizierender Zahnarzt in einem Online-Video erhoben. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat nun auf die Vorwürfe reagiert. Die Direktionen der Krankenhäuser von Bozen und Brixen haben die Dokumentation zum Vorfall - wie gesetzlich vorgesehen - an das Zentrum für Arzneimittelüberwachung weitergeleitet, ebenso an die Gerichtsbehörde am Landesgericht Bozen.

Ob der Vorfall untersucht wird, wird dort entschieden. 

Immunologe Bernd Gänsbacher begrüßt das Vorgehen. "Die Arzneimittelbehörde EMA hat für die Zulassung aller drei Impfstoffe die Bedingung gestellt, dass alle schwerwiegenden Nebenwirkungen und Todesfälle den Behörden gemeldet und untersucht werden müssen. Das wird dafür sorgen", so Gänsbacher, "dass auch in diesem Fall Klarheit geschafft und die Öffentlichkeit entsprechend informiert wird." 

Doch Bernd Gänsbacher kann schon jetzt über den Fall des an Schlaganfall verstorbenen Arztes sagen:

"Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Impfung mit dem Todesfall in direktem Zusammenhang steht, ist gering: Man weiß, dass die Coronainfektion selbst Gerinnungsstörungen bzw. Trombosen verursacht. Bei der Coronaimpfung hingegen hat es bei den 200 Millionen Geimpften bisher noch keine Hinweise dafür gegeben", sagt Gänsbacher. 

lb


					

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