Tagesschau
13. April 2021 aktualisiert um 19:02
Wirtschaft und Arbeit

EU Wiederaufbauplan

Wohin fließen die Recovery-Milliarden?

Morgen hört Ministerpräsident Draghi die Regionen zu ihren Projekten zum EU-Wiederaufbauplan an. Aus Südtirol liegen 50 Vorschläge auf dem Tisch.
Quelle © Technoalpin Unter den Südtiroler
Unter den Südtiroler "Bewerbungen" für das Geld aus den EU-Töpfen: Neue Kunstschnee-Technik
In Italien ist noch nicht klar, wie der Aufbauplan, den der Staat der EU vorlegt, strukturiert sein wird. Klar ist hingegen: Morgen findet eine weitere Gesprächsrunde zwischen Regionen und Staat statt, bei denen die Projekte und Vorschläge zum Einsatz der Milliarden aus der EU besprochen werden sollen.
 
Dann soll es aus Südtiroler Sicht auch um jene rund 50 Projekte gehen, die das Land in Rom eingereicht hat. Projekte also, bei denen sich das Land Südtirol Geld aus Rom bzw. aus der EU ausrechnet.
 
Das dass nicht wenig Geld sein dürfte, haben verschiedenen Vertreter der Landesregierung immer wieder betont. Laut Berechnungen könnte allein für Südtirol zwischen einer Milliarde und 2,3 Milliarden Euro aus den Töpfen des EU-Wiederaufbauplans abfallen.
 
Unter den eingereichten Projekten befinden sich Großbaustellen wie der BBT-Tunnel, veranschlagte Bauten von Speicherbecken für Skigebiete, Investitionen in Beschneiungstechniken oder Arbeiten in den Gärten von Schloss Trautmannsdorff.

Alte Hüte unter dem Vorwand eines Green Deals?

Als „alte Hüte“ hatten zuletzt Umweltorganisationen diese Projekte bezeichnet und von einer verpassten Chance gesprochen. Mit der eigentlichen Idee des Recovery Fund, eine „grüne Wende“ in Europa zu bewirken, hätten die offiziellen Südtiroler Vorschläge nichts zu tun.
 
Gleichzeitig kritisierten die Umweltverbände, zu wenig in den Prozess der Erstellung dieser Projekte, die bis 2026 verwirklicht werden müssen, eingebunden worden zu sein.
 
Eine Kritik, der Landeshauptmann Arno Kompatscher heute in einer Aussprache teilweise entgegen trat. Einige Vorhaben wie das "Water management", der Wasserschutzplan oder die "Digitale Schule", seien das Ergebnis partizipativer Prozesse, während eine breite Beteiligung für andere Projekte aufgrund der Komplexität und Dringlichkeit der Vorhaben nicht möglich war, erklärte Kompatscher.
 
Laut Kompatscher wird es beim virtuellen Meeting mit Ministerpräsident Mario Draghi auch um die Bewertungskriterien für die Projekte gehen. Dann soll klar werden, für was genau die EU-Milliarden fließen könnten.
 
hp

					

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