Tagesschau
19. Mai 2022 aktualisiert um 18:03
Gesundheit

"Wunder" im früheren Corona-Hotspot Portugal

Noch im Jänner galt Portugal bezogen auf die Bevölkerungszahl als der Corona-Hotspot. Nun ist die Lage so gut wie fast nirgendwo in Europa.
Quelle © pixabay
Jubel und Aufbruchstimmung in Portugal: Im Zuge der seit Wochen sinkenden Infektionszahlen hat der frühere Coronavirus-Hotspot die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiter gelockert.

Große Lockerungen 

Seit Montag dürfen Gastronomiebetriebe wie Kneipen, Cafés und Restaurants erstmals nach gut zweieinhalb Monaten wieder Gäste empfangen. Auch Museen und Galerien, Läden mit einer Verkaufsfläche von höchstens 200 Quadratmetern, Straßenmärkte und Fitnesszentren sowie andere Sporteinrichtungen wie Tennis- und Golfplätze dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Für Schüler mehrerer Jahrgänge gibt es wieder Präsenzunterricht.

Während in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Italien der Lockdown dieser Tage zum Teil sogar verschärft wird, konnte die portugiesische Regierung am Freitag wegen der guten Entwicklung der zweiten Lockerungsetappe grünes Licht geben. Sie soll zunächst für zwei Wochen gelten. Man könne diesen neuen vorsichtigen Schritt aufgrund der Fortschritte im Kampf gegen das Virus wagen, erklärte Ministerpräsident António Costa.

Neben weiteren Lockerungen dürfen die rund 10,3 Millionen Bürger des Landes den jeweiligen Wohnbezirk wieder verlassen, ohne einen "triftigen Grund" dafür angeben zu müssen. Bereits vor drei Wochen waren erste Lockerung gestattet worden, unter anderem für Friseure und Buchläden. Normalität herrscht allerdings auch in Portugal trotz der guten Zahlen noch lange nicht. Die Gastronomiebetriebe dürfen nur in den Außenbereichen und nur bis 22.30 Uhr an Werktagen sowie bis 13 Uhr an Wochenenden und Feiertagen ihre Gäste bewirten. An jedem Tisch dürfen nur jeweils höchstens vier Personen Platz nehmen. Die Landgrenze zu Spanien bleibt geschlossen.

Höchste Infektionszahlen weltweit

Portugal hatte im Januar bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig die höchsten Infektionszahlen weltweit. Kliniken platzten aus allen Nähten, Covid-Patienten mussten auch in engen Fluren behandelt werden. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen nur noch 60,25 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Damit gehört man zu den besten unter den 30 erfassten Ländern. Im Jänner hatte dieser Wert in Portugal noch bei deutlich über 1600 gelegen. Die Zahl der Covid-Kranken den Intensivstationen ging von ca. 1000 auf 117 zurück. 


dpa ka

					

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