Tagesschau
13. April 2021 aktualisiert um 17:53
Politik und Institutionen

​Coronavirus Italien

Draghi will eine sichere Rückkehr zur Normalität

Ministerpräsident Draghi macht die Lockerungen bei den Corona-Sperren von Fortschritten beim Impfen abhängig.
Quelle © Ansa Ministerpräsident Mario Draghi
Ministerpräsident Mario Draghi
Es ist ein langsames und vorsichtiges Vortasten, das Ministerpräsident Draghi propagiert, und Draghi will sich da vorerst auf kein konkretes Datum festlegen lassen. Nur so viel sagte er: die nächsten Wochen seien die Zeit der Öffnungen, nicht der Schließungen. Lockerungen seien die beste Form der Unterstützung der Wirtschaft, sagte er vor der Presse. Er wolle "Öffnungen, aber in Verbindung mit Sicherheit".

Der Druck der Proteste

In Italien mehren sich Forderungen nach Lockerungen etwa für Bars und Restaurants. Es gab diese Woche Proteste in vielen Städten, in Rom kam es zu Ausschreitungen.

"Natürlich verurteile ich die Gewalt, aber ich verstehe die Verzweiflung und Ablehnung derer, die protestieren".

(Mario Draghi, Ministerpräsident)

Dennoch sei es unerlässlich, dass die älteren Bevölkerungsgruppen mit hohem Corona-Sterberisiko durchgeimpft sein müssten, bevor neue Schritte möglich würden. Bisher gelten strenge Corona-Einschränkungen bis zum 30. April. Der Chef der mitregierenden rechten Lega, Matteo Salvini, fordert allerdings mehr Freiheiten etwa für die Gastronomie und in der Kultur schon ab am 20. April. In Italien sind nach offiziellen Angaben im ersten Pandemie-Jahr fast eine Million Arbeitsplätze verloren gegangen.

Gespräche mit den Parteien

Draghi und Salvini hatten sich im Laufe des Donnerstags getroffen. Der Ministerpräsident wies vor der Presse darauf hin, dass das geltende Corona-Dekret ein flexibles Vorgehen erlaube. Und darin steckt auch eine gute Nachricht für Südtirol. Denn Draghi sagte, dass wenn Regionen beim Impfen schneller als andere vorankämen und niedrige Infektionszahlen hätten, seien dort vorgezogene Schritte möglich. In Italien haben sich die Corona-Zahlen leicht verbessert. Seit Beginn der Pandemie zählte Italien mit seinen 60 Millionen Einwohnern rund 113.000 Corona-Tote.
 
(zb/dpa)

					

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