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28. November 2021 aktualisiert um 18:04
Verkehr und Straßenzustand

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​Brennerbasistunnel verzögert sich bis 2032

Der Brennerbasistunnel geht voraussichtlich vier Jahre später als geplant in Betrieb. Dafür gibt es mehrere Hinweise.
Quelle © Rai Tagesschau Wohin führt die Reise im BBT?
Wohin führt die Reise im BBT?
Der Brennerbasistunnel wird voraussichtlich erst 2032 in Betrieb gehen. Dies bestätigte die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE am Freitag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Das Nachrichtenportal Salto hatte zuerst gar von einer Verzögerung bis 2034 berichtet. 

Seitens der BBT SE hieß es, dass in den vergangenen Monaten die Projektrisiken und Chancen sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert wurden. "Durch diese eingehende Prüfung konnten wir nun ein realistisches Bauprogramm für den Brennerbasistunnel erstellen", erklärten die BBT SE-Vorstände Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola. Das neue Bauprogramm sehe die Fertigstellung für 2031 und die Inbetriebnahme der Eisenbahnanlage für Anfang 2032 vor. "Dieses Bauprogramm spiegelt ein realistisches Szenario wieder, insbesondere in Bezug auf die Planungs- und Bauleistungen", so die beiden Vorstände.

Die Komplexität dieses bilateralen Infrastrukturprojekts berge viele Unwägbarkeiten, hieß es seitens der BBT SE. Der Brennerbasistunnel sei ein grenzüberschreitendes Projekt und das Projektmanagement sei mit zahlreichen länderspezifischen Normen und Gesetzen konfrontiert. Diese Rahmenbedingungen seien bei früheren Prognosen unterschätzt worden, weshalb unter anderem die vormaligen Bauzeiten zu optimistisch geplant worden seien. Neben der Vertragsauflösung des Bauloses Pfons-Brenner seien auch die Coronakrise sowie unter anderem geologische und baugrundtechnische Ereignisse für die Verzögerung verantwortlich.

Verzögerungen in Nordtirol

Das frühere Baulos Pfons-Brenner wurde in mehrere Baulose neu aufgeteilt. Ein Teil davon - Baulos Hochstegen H52 - wurde im April ausgeschrieben. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2021 wieder aufgenommen werden. Die verbleibenden Arbeiten zwischen Pfons und Brenner werden derzeit neu geplant und zum Jahresbeginn als Baulos "Pfons-Brenner H53" ausgeschrieben, hieß es.

Bereits vor etwa einem Jahr hatte der Rechnungshof eine mögliche Verzögerung der Inbetriebnahme des BBT von Ende 2028 auf Anfang 2030 in den Raum gestellt und auch die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE hatte eine solche angedeutet.

Wenig später kritisierte der EU-Rechnungshof Verzögerungen und mangelnde Koordination beim BBT. Die Prüfer zweifelten bereits damals eine Inbetriebnahme bis 2030 an. Zuletzt hatte der italienische Verkehrsminister Enrico Giovannini bei einer Online-Veranstaltung davon gesprochen, dass der BBT nicht vor dem Jahr 2031 fertig sein werde.
 
pm/apa 

					

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