Tagesschau
13. Juni 2021 aktualisiert um 12:58
Umwelt

AVS protestiert gegen neuen Plan für Kölner Hütte

"Das ​Schreckgespenst Glasturm am Rosengarten kehrt zurück" - So bewertet der AVS die neuen Pläne für einen Glasturm für die Kölner Hütte.
Quelle © Latemar Carezza GmbH Schnitt mit Glasbau für die Kölner Hütte
Schnitt mit Glasbau für die Kölner Hütte
Schon vor gut zwei Jahren stellten sich die Alpenvereine AVS und CAI und die Umweltorganisationen Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband gegen den Glasturm am Rosengarten auf 2.300 Meter Höhe neben der Kölner Hütte. Auch die Stiftung Dolomiten Unesco Welterbe lehnte das Bauwerk an diesem sensiblen Standort ab. Für die Alpenvereine ist klar: Das neue Projekt ist "noch gewaltiger, noch exponierter und noch besser sichtbar."

Viel gewaltiger, deutlich exponierter und noch auffälliger

Die Latemar Karersee GmbH hat ein neues Projekt ausgearbeitet. Anstatt die Kölner Hütte miteinzubeziehen, ist geplant sie komplett abzureißen. An ihre Stelle soll ein Glasturm treten. Für die Alpin- und Umweltverbände ist diese Projekt noch auffälliger, größer und exponierter als das ursprünglich gelante Besucherzentrum „TTD – Touch the Dolomites" .

Laut AVS würde der geplante Glasbau mehr als 20 Meter aus dem alpinen Gelände ragen und sieben Stockwerke umfassen, samt auskragendem Restaurationsbereich und Panoramaterrasse. Damit würde ein ganzjährig erreichbares Bergrestaurant für das Ski- und Wandergebiet mit hochpreisigen, durchsichtigen Panoramazimmern das aus der Schutzhüttentradition gewachsene Kölner Hütte ersetzen. Der Glasturm soll demnach über unterirdische Rolltreppen, Aufzüge und Galerien mit der neuen unterirdischen Seilbahnstation der Kabinenbahn König Laurin und dem bestehenden Gastronomiebetrieb Laurins Lounge verbunden werden, wofür massive Erdbewegungen notwendig wären. 

Der AVS erinnert an den Erdrutsch im Juli 2020 und weist auf die Sensibilität des Geländes hin. Es gelte die Schönheit und Einzigartigkeit des Dolomiten Welterbes zu respektieren. Auch der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Dolomiten Unesco Welterbe habe 2019 den Glasturm als massive Störung und als Fremdkörper mit negativen Auswirkungen auf den ästhetischen und touristischen Wert des Weltnaturerbes abgelehnt. 

Die Landesregierung hatte vor zwei Jahren den Bau eines Glasturms neben der Kölner Hütte abgelehnt. Jetzt soll nach den Plänen der Betreiber des Skigebiets am Karerpass die Hütte abgerissen und neu erbaut worden. Vorgesehen ist ein gemeinsames Projekt mit dem Land Südtirol. Die Baukosten betragen 13 Millionen Euro.


ka

					

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