Tagesschau
13. Juni 2021 aktualisiert um 11:52
Politik und Institutionen

Kirche

Iran weist italienische Ordensschwester aus aus

Nach 26 Jahren muss eine italienische Nonne den Iran verlassen. Ihre Aufenthaltsgenehmigung wurde nicht verlängert.
Quelle © Ansa Foto
Der Iran weist eine italienische Nonne aus. Die 75-jährige katholische Ordensschwester Giuseppina Berti, die 26 Jahre lang in einem Krankenhaus für Leprakranke in Täbriz gearbeitet hat, wird in den kommenden Tagen das Land verlassen müssen. Zusetzt lebte die Ordensschwester in Isfahan im Haus der Kongregation der Barmherzigen Schwestern. Bleiben kann dagegen noch ein Jahr die österreichischen Ordensschwester Fabiola Weiss (77), die mit Berti seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

Weiss' Aufenthaltserlaubnis wurde für ein weiteres Jahr verlängert, teilte der Nachrichtenportal Vatican News am Freitag mit. Die beiden Ordensschwestern, die ihr Leben den Kranken des Landes gewidmet haben, sind jetzt gezwungen, das 1937 erbaute Haus der Kongregation zu verlassen.

"In Isfahan hatten sich die Barmherzigen Schwestern seit Jahren der Erziehung und Ausbildung junger Menschen verschrieben."

Vatican News

Die Kongregation - auch als Töchter der Nächstenliebe oder Vinzentinerinnen bekannt - habe sich unter anderem für hunderte polnische Kinder, Flüchtlinge und Kriegswaisen eingesetzt, die im Frühjahr 1942 im Iran ankamen. Die Nonnen verwalteten in der Stadt eine große Schule, die dann nach der Revolution von 1979 beschlagnahmt wurde.


In den vergangenen Jahren führten die beiden Ordensfrauen keine externen Aktivitäten mehr durch, um nicht des Proselytismus bezichtigt zu werden. Im Iran, wo der schiitische Islam Staatsreligion ist, ist jegliche Vermittlung von nicht-islamischen religiösen Überzeugungen an die einheimische muslimische Bevölkerung verboten. Das Haus der Schwestern ist derzeit die einzige katholische Kirche in Isfahan.

(apa/ansa/et)

					

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