Tagesschau
13. Juni 2021 aktualisiert um 12:58
Politik und Institutionen

Coronaschutz-Impfung

Italien will AstraZeneca nur mehr für über 60-Jährige erlauben

Nach Tod einer 18-Jährigen soll AstraZeneca künftig nur noch Menschen im Alter von über 60 Jahren verimpft werden.
Quelle © EPA/Rehan Khan Der Impfstoff von AstraZeneca
Der Impfstoff von AstraZeneca
Für den AstraZeneca-Impfstoff in Italien deutet sich eine geänderte Altersempfehlung an. Das wissenschaftliche Komitee CTS, das die Regierung im Umgang mit der Pandemie berät, prüft die Möglichkeit, künftig nur noch Menschen im Alter von über 60 Jahren das Corona-Vakzin des anglo-schwedischen Konzerns zu injizieren.

Zweifel nach Tod von 18-Jähriger

Zweifel über die Sicherheit des Impfstoffes für jüngere Menschen nehmen unter den Experten zu, nachdem am Dienstag die 18-Jährige Camilla Canepa aus Ligurien an den Folgen einer Thrombose starb, wenige Tage nachdem sie mit dem AstraZeneca-Vakzin immunisiert worden war. Die Frau hatte sich am 25. Mai an einem "Open Day" beim Impfen beteiligt, an dem auch jüngere Menschen über 18 Jahre geimpft werden.

Die Staatsanwaltschaft von Genua ermittelt in vier Todesfällen wegen vermuteter Nebenwirkungen von Impfstoffen. Am Dienstag wurde eine 34-jährige Frau wegen starker Nebeneffekte in die Intensivstation des Krankenhauses von Genua eingeliefert und musste notoperiert werden, nachdem sie mit dem AstraZeneca-Vakzin immunisiert worden war.

Sizilien prescht vor

Während sich die Berichte über Nebenwirkungen häufen, beschloss die Region Sizilien, dass der AstraZeneca-Impfstoff nur noch Menschen über 60 Jahren verabreicht wird. Jüngere, die bereits mit einer AstraZeneca-Dosis immunisiert wurden, sollen Pfizer oder Moderna als zweite Dosis erhalten.

"Der Impfstoff von Astrazeneca kann Thromboseerscheinungen hervorrufen, die mit einer Senkung der Blutplättchen einhergehen. Genau aus diesem Grund gab es eine Empfehlung für eine bevorzugte Nutzung des Vakzins bei Personen über 60 Jahren. Jetzt hat sich das epidemiologische Szenario geändert. Dank der Impfung befinden wir uns in einer günstigeren Phase. Demnächst wird es ein Urteil über AstraZeneca geben, und niemand soll annehmen, dass Alarmsignale in Bezug auf die Sicherheit unterschätzt werden", so CTS-Koordinator Franco Locatelli im Gespräch mit RAI 1 am Donnerstagabend.

Laut dem Gesundheits-Staatssekretär Pierpaolo Sileri sollte der AstraZeneca-Impfstoff Menschen unter 30 Jahren nicht verabreicht werden. "Besonders Frauen unter 50 Jahren würde ich AstraZeneca nicht empfehlen. Die Zweifel ergeben sich umso mehr aus der Tatsache, dass mittlerweile die Verbreitung und die wöchentliche Inzidenz des Virus stark zurückgegangen sind", sagte Sileri.


apa ka

					

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