Tagesschau
13. Juni 2021 aktualisiert um 12:27
Umwelt

Südtiroler Landtag

Nein zu wildem Campen

Der Südtiroler Landtag hat einen Antrag der SVP gegen wildes Campen im Land angenommen.
Quelle © Pixabay
Der Landtag hat einen Antrag des SVP-Abgeordneten Gert Lanz und Helmut Tauber gegen wildes Campen angenommen. Da die Verkaufszahlen für Wohnmobile weiter steigen, müsse verhindert werden, dass wildes Campen um sich greife. Daher soll die IDM künftig über Campingverbote und legale Campingmöglichkeiten informieren. Die Gemeinden sollen Stellplätze in Zusammenarbeit mit Campingplatzbetreibern führen, und über eine App soll ein Leitsystem die Wohnmobile zu den Plätzen lotsen. 

Maßnahmen ergreifen

Wörtlich heißt es in dem Beschlussantrag: Der Landtag möge die Landesregierung beauftragen,
1. über die IDM in der touristischen Werbung in Südtirol die legalen Campingmöglichkeiten auf Campingplätzen/Stellplätzen zu bewerben und gleichzeitig auf das Verbot des freien Campens hinzuweisen;
2. in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Polizeiorganen die Kontrollen zu verschärfen und illegales Campieren konsequent zu bestrafen;
3. die Gemeinden dahingehend zu sensibilisieren, dass die Führung von Stellplätzen in Zusammenarbeit mit den Campingplatzbetreibern vor Ort erfolgen, um den Anspruch nach „Qualitätstourismus“ gerecht zu werden;
4. mit den Interessenvertretern, den Gemeinden und IDM zu prüfen, inwieweit ein einheitliches Verkehrsleitsystem auf digitaler Basis für Camper in Südtirol eingeführt werden kann;
5. weiters zu prüfen, welche Maßnahmen mittel- und langfristig zu einer verbesserten Reglementierung des „Camper Tourismus“ führen.

Tourismus-Landesrat Arnold Schuler erklärte, dass es für das Parken keine Unterschiede zwischen PKW und Camper gebe. In Südtirol sei Campieren nur auf Campingplätzen erlaubt sowie auf Wohnmobilstellplätzen, wo man sich bis zu drei Tage aufhalten könne. Mit dem anstehenden Omnibusgesetz soll eine Übergangsregelung für jene Stellplätze geschaffen, die bereits vor Inkrafttreten dieser Regelung bestanden hätten. Das Campieren werde aufgrund der Pandemie zunehmen, es seien viele Wohnmobile gekauft worden in dieser Zeit. Es werde also weitere Maßnahmen brauchen, eine Sensibilisierung, Kontrollen durch die verschiedenen Ordnungskräfte u.a. Die Landesregierung stimme dem Antrag zu.

Verbot zu wenig kommuniziert

Der SVP-Abgeordnete Gerhard Lanz präzisierte, dass die Gemeinden Stellplätze mit bis zu 20 Plätzen ausweisen könnten, wo auch die Aufenthaltssteuer fällig werde. Diese hätten aber keine Infrastrukturen. Die Camper seien immer autonomer geworden, mehr Wasserreservoir usw., und vermittelten so das Gefühl von mehr Freiheit. Mit diesem Antrag wolle man das Problem angehen, da man wisse, dass es im Steigen begriffen sei. Gewisse Maßnahmen seien zu verstärken, andere neu einzuführen. So werde das Verbot des wilden Campens zu wenig kommuniziert. 

Der Antrag wurde mit 27 Ja und 5 Enthaltungen angenommen.

ka/sf

					

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