Tagesschau
23. Juli 2021 aktualisiert um 21:00
Politik und Institutionen

Direkte Demokratie

Volksabstimmung ​Biolandwirtschaft: Mals dafür - Schweiz dagegen

Der ehemalige Malser Bürgermeister Veith ist überzeugt: Demokratie kann über heikle Themen wie Biolandwirtschaft entscheiden.
Quelle © Rai Tagesschau
Der ehemalige Bürgermeister von Mals Ulrich Veith fühlt sich trotz der Niederlage der Pestizidgegner bestätigt durch die Schweizer Volksabstimmung. Sie zeige, dass in der Demokratie über mehr und auch komplexere Themen abgestimmt werden kann, als in Südtirol vielfach behauptet wurde. 

"Für Mals war diese Abstimmung aus zweierlei Gründen sehr wichtig: Zum einen hat man gesehen, dass dieses Thema nicht nur in Südtirol diskutiert wird, sondern dass es auch international ein sehr wichtiges Thema ist. Und zum Zweiten hat die Schweiz gezeigt, dass in einer Demokratie auch über solche Themen abgestimmt werden kann. Weil bei uns hat es ja immer geheißen, dass eine solche Abstimmung, wie wir sie in Mals abgehalten haben, nicht einmal in der Schweiz möglich wäre."

In der Schweiz sind zwei Initiativen zur Biolandwirtschaft gescheitert. Die Agrarinitiativen zielten darauf ab, mehr Bio-Produktion in der Schweiz zu etablieren. Mit der einen Initiative sollten Bauern die Subventionen gestrichen werden, wenn sie künstlich hergestellte Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen einsetzen. Die zweite Initiative wollte solche synthetischen Pestizide ganz verbieten und die Schweiz zu 100 Prozent zu einem Bio-Produzenten machen. Bei den Agrarinitiativen lag die Ablehnung bei knapp 61 Prozent.

Die Malserinnen und Malser hatten sich 2014 mit deutlicher Mehrheit für ein Pestizidverbot in der Gemeinde ausgesprochen. 

pm/ni 

					

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