Tagesschau
25. September 2021 aktualisiert um 07:53
Chronik

Libyen

20 Migranten ertrunken, 500 Migranten zurückgebracht

Vor der Küste Libyens sind rund 20 Migranten ertrunken. Mehr als 500 Menschen wurden in den vergangenen 24 Stunden abgefangen und nach Libyen zurückgebracht. Auf Lampedusa steigt unterdessen die Zahl der Flüchtlingsankünfte.
Quelle © Ansa  Migranten bei einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer.
Migranten bei einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer.
Diese Zahlen nannte eine Sprecherin der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM). Jene Migranten, die nicht ertranken, wurden demnach allesamt festgenommen und in Internierungslager gebracht.
 
Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge werden Migranten in Libyen in den Internierungslagern ausgehungert, gefoltert und ausgebeutet. Auch die libysche Küstenwache gefährde das Leben der Geflüchteten - etwa durch aggressive Manöver auf See oder Schüsse.
 
Die von der EU unterstützte libysche Küstenwache fing zwischen Jänner und Juni dieses Jahres rund 15.000 Menschen auf See ab und brachte sie zurück in das nordafrikanische Bürgerkriegsland. An der EU-Unterstützung üben NGOs immer wieder scharfe Kritik.

Mehr Ankünfte auf Lampedusa

Aktuell nehmen die Migrationsbewegungen in Richtung Lampedusa wieder zu. Nach einer Woche, in der wegen des starken Schirokko-Windes keine Boote abgefahren waren, landeten am Mittwoch zwei Boote mit 35 Menschen an Bord auf der Insel Lampedusa.
 
Seit Jahresbeginn sind 24.779 Geflüchtete nach Seefahrten in Italien eingetroffen, im Vergleichszeitraum 2020 waren es 10.241 gewesen, wie das Innenministerium in Rom mitteilte. Mehrere Tausend Menschen sterben jährlich beim Versuch der Überfahrt nach Europa.
 
(al/apa)

					

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