Tagesschau
27. Oktober 2021 aktualisiert um 22:44
Gesundheit

Pandemie

Österreich/Schweiz: Ungeimpfte füllen Intensivstationen

In Österreich und der Schweiz füllen Coronapatienten wieder die Intensivstationen, die an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
Quelle © Ansa Intensivtherapie mit Sauerstoff
Intensivtherapie mit Sauerstoff
In vielerlei Hinsicht sind Österreich und die Schweiz ähnlich wie Südtirol. Aus beiden Ländern erreichen uns Meldungen, wonach sich die Intensivstationen wieder füllen und an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

So teilt etwa das Stadtspital Zürich mit, dass auf Normal- und Intensivstation insgesamt 27 Menschen mit Covid behandelt werden müssen. „9 COVID-Patientinnen und -Patienten sind in Intensivpflege, wovon 7 beatmet werden müssen, deren 3 sogar am ECMO (Lungenersatz-Maschine).“ Unter den Intensivpatienten sind nach Angaben der Spitalleitung auch junge Menschen.

Die Auslastung hat Folgen für die Versorgung aller Patienten, wie das Krankenhaus weiter mitteilt.

„Die angespannte Situation zwingt das Stadtspital bereits wieder, einzelne Eingriffe abzusagen, weil die notwendige IPS-Kapazität nicht vorhanden ist. Das Stadtspital Zürich musste drei Operationssäle schließen, um Kapazität für COVID-Patientinnen und -Patienten zu schaffen. COVID-Patienten liegen zwischen zwei und vier Wochen auf der Intensivstation. Im Vergleich dazu benötigen Patienten nach einer schweren Operation (z. B. Herz, Speiseröhre, Gefäße) zwei bis vier Tage Intensivpflege. Die COVID-Betreuung erfordert ein Vielfaches an Personal und Infrastruktur, die für andere Patienten benötigt würde.“

Eines haben die Intensivpatienten gemeinsam: „Sämtliche IPS-Patientinnen und -Patienten sind nicht geimpft.“

Entwicklung in Österreich

Im heurigen Jahr sind bis Ende Juli mehr jüngere Covid-Patientinnen und Patienten auf den heimischen Intensivstationen (ICU) behandelt worden als im gesamten Vorjahr, das von zwei Corona-Wellen im April und November geprägt war. Der Gesundheit Österreich GmbH zufolge wurden 2020 insgesamt 213 Covid-Patientinnen und -Patienten, die jünger als 40 Jahre alt waren, intensivmedizinisch betreut. In den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres waren es schon 246.

Auffallend ist, dass der Anteil der jungen Intensivpatientinnen und -patienten steigt, die Covid-19 nicht überleben. Während bei den insgesamt 32 Zehn-bis 19-Jährigen, die im Vorjahr auf Intensivstationen gebracht werden mussten, in keinem einzigen Fall die Krankheit tödlich verlaufen ist, sind im heurigen Jahr drei von bisher 18 intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten im Teenageralter gestorben. Von den 60 Personen im Alter zwischen 20 und 29, die zwischen 1. Jänner und 31. Juli 2021 intensivmedizinisch gepflegt wurden, sind sechs und damit immerhin zehn Prozent an Covid-19 verstorben. Von Anfang Jänner bis Ende August des Vorjahrs hat demgegenüber einer von 17 schweren Fällen in dieser Altersgruppe Corona nicht überlebt.

Der ORF meldet, dass derzeit in Österreich 133 Patienten intensivmedizinisch betreut werden müssen. Bis Monatsmitte werden es Prognosen zufolge schon 219 sein. In Kärnten stoßen die Spitäler bereits an die Kapazitätsgrenze. Der ORF zitiert Fachleute „die vor einer Welle der Ungeimpften warnen."

pm/apa

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Gesundheit