Tagesschau
19. September 2021 aktualisiert um 19:19
Politik und Institutionen

Migration und Coronakrise

Kurz: Keine afghanischen Flüchtlinge, Unterstützung für Italien

Österreich nimmt keine afghanischen Flüchtlinge auf und wird Italien bei der Bekämpfung der illegalen Migration unterstützen, sagt Kanzler Kurz.
Quelle © ansa Sebastian Kurz
Sebastian Kurz
Österreich wird keine weiteren afghanischen Flüchtlinge aufnehmen und Italien bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung unterstützen, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Europas Außengrenzen müssten dicht gemacht werden. "Allein in diesem Jahr sind etwa 8000 Flüchtlinge über die noch offene Balkanroute in unser Land gekommen, ein Fünftel davon aus Kabul", sagt Kurz in einem Interview mit La Stampa. "Die Integration der Afghanen ist sehr schwierig und erfordert einen Energieaufwand, den wir uns nicht leisten können", so Kurz.

Vielmehr sollen Hilfsgelder in die Nachbarländer Afghanistans fließen. "Wenn die Leute sagen, dass wir nicht solidarisch sind, dann stimmt das nicht.", so Kurz. "Wir konzentrieren uns auf die Unterstützung der Nachbarländer Afghanistans und stellen 20 Millionen Euro für diesen Zweck bereit: Schutz und Hilfe für die Afghanen in der Region."

Ressourcen sparen will Kurz auch hinsichtlich der Coronakrise. "Österreich ist sehr kritisch bezüglich Plänen, die eine massive Verschuldung nach der Pandemie vorsehen. Während der Corona-Pandemie war es richtig und wichtig, die Wirtschaft stark zu unterstützen", sagt Kurz. "Doch jetzt müssen wir die öffentlichen Finanzen wieder auf eine solide Basis stellen, uns auf die Wettbewerbsfähigkeit Europas konzentrieren, um nicht noch mehr zurück zu bleiben gegenüber anderen Regionen der Welt, vor allem Asien."

Zu Südtirol äußerst sich Kanzler Kurz zuversichtlich. "Ich bin überzeugt, dass wir weiterhin gut mit der Regierung in Rom über alle Südtiroler Angelegenheiten zusammenarbeiten werden".

(lb) 


 

					

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