Tagesschau
17. Oktober 2021 aktualisiert um 20:36
Wirtschaft und Arbeit

Öffentliche Verwaltung

AFI: Online-Dienste zu kompliziert

Arbeitnehmer kennen sich laut AFI-Barometer mit PC und Internet aus, die Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung sind ihnen aber zu kompliziert.
Quelle © Pixabay/Free-Photos
Digital ist smart, besonders seit der Corona-Pandemie. Aber digital bedeutet nicht automatisch bürgernah. So sieht es zumindest das Arbeitsförderungsinstitut AFI.

Nicht nutzerfreundlich

Im Sonderteil der Herbstausgabe des AFI-Barometers wird die Erhebung über die technischen Fähigkeiten der Südtiroler:innen bei der Nutzung von Online-Diensten und der Online-Angebote der öffentlichen Verwaltung selbst vorgestellt. Das Ergebnis: Südtirols Arbeitnehmer:innen kennen sich mit Online-Diensten zwar aus, fast zwei Drittel beklagen aber, dass die Online-Dienste nicht nutzerfreundlich seien. Und das wiederum führt dazu, dass ein großer Teil der Befragten (45%) der Meinung ist, dass die Online-Dienste nicht zu einer Verbesserung der Beziehung zwischen den Bürgern und der öffentlichen Verwaltung führen. 

Die Details 

Die große Mehrheit (75%) der Südtiroler Arbeitnehmer:innen hält sich für kompetent im Umgang mit Computern (25% „sehr“, 50% „eher“). Die restlichen 25% halten sich im Umgang mit Computern hingegen für „wenig“ (21%) oder „überhaupt nicht“ kompetent (4%). Wie zu erwarten, findet sich der höchste Anteil der Arbeitnehmer ohne Computerkenntnisse in der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren (33%) und bei Arbeitnehmern im ländlichen Raum (32%).       
 
Vier von fünf Südtiroler Arbeitnehmern haben in den vergangenen zwölf Monaten das Internet genutzt, um mit der öffentlichen Verwaltung in Kontakt zu treten. Im Umgang mit der öffentlichen Verwaltung – etwa um eine Rechnung zu bezahlen oder einen Antrag zu stellen – bevorzugen 42 Prozent Online-Dienste, während 29 Prozent den Schaltergang bevorzugen und weitere 29 Prozent je nach benötigtem Dienst für beide Möglichkeiten offen sind.      

eGovernment verbesserungswürdig

22 Prozent der Befragten sagen, die eGovernment-Dienste seien allgemein schwierig zu nutzen. 41 Prozent geben an, dass diese Schwierigkeit von der Art der benötigten Dienstleistung abhängt. Nur 37 Prozent der Arbeitnehmer:innen bewerten die neuen Online-Dienste als leicht nutzbar. 

Die Probleme bei der Inanspruchnahme der Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung scheinen daher nicht an der mangelnden technischen Aufgeschlossenheit der Anwender zu liegen, sondern in der Komplexität der angebotenen Dienste selbst“, sagt AFI-Forscher Matteo Antulov.  
 
Die viel kritisierte Bürokratie wurde sozusagen ein bisschen auch ins Internet verlagert. 
 
 
Das AFI-Barometer erscheint viermal im Jahr (Winter, Frühjahr, Sommer, Herbst) und gibt das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmerschaft wieder. Die telefonisch geführte Umfrage betrifft 500 Arbeitnehmer/Innen und ist für Südtirol repräsentativ. Die Interviews für die Herbstausgabe des AFI-Barometers wurden im Zeitraum vom 1. bis zum 20. September 2021 geführt.
 
ka
 

					

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