Tagesschau
30. November 2021 aktualisiert um 07:30
Wirtschaft und Arbeit

Italien

Zehntausende bei Demo gegen Faschismus in Rom

Die drei großen Gewerkschaften haben nach einem Angriff auf die Niederlassung der CGIL in Rom zum Demonstration aufgerufen. Zehntausende kamen.
Quelle © SGB/CISL Auch eine Delegation des SGB CISL hat an der Demonstration teilgenommen.
Auch eine Delegation des SGB CISL hat an der Demonstration teilgenommen.
Eine Woche nach dem Angriff auf den Sitz der Gewerkschaft CGIL in Rom haben Zehntausende Menschen in der Rom gegen Faschismus demonstriert. "Nie mehr Faschismus: für Arbeit, Mitbestimmung und Demokratie" lautete das Motto der Veranstaltung organisiert von den Gewerkschaftsbünden CGIL, CISL und UIL. Zur Kundgebung kamen Medienberichten zufolge mehr als 50 000 Menschen.

Nach Angaben der Gewerkschaften standen etwa 800 Busse und zehn Sonderzüge bereit, um die Menschen in die Hauptstadt zu bringen. Mit Fahnen und Bannern zogen Tausende Gewerkschaftsanhänger und verschiedene linke Gruppen durch die Straßen um den Veranstaltungsort an der Piazza di San Giovanni in Laterano.

Nach den Ausschreitungen vor einer Woche während der Demonstration gegen die erweiterten Corona-Regeln waren am Samstag zahlreiche Polizeieinheiten und Hubschrauber im Einsatz. Am Rande hatten damals unter anderem Mitglieder der rechtsradikalen Partei Forza Nuova den CGIL-Sitz attackiert. Bei den Protesten gab es mehrere Verletzte.

Die Politik diskutiert derzeit über die Auflösung der Partei. CISL-Generalsekretär Luigi Sbarra forderte auf der Kundgebung, schnell beim Auflösen neofaschistischer und neonazistischer Organisationen voranzuschreiten.

Italien gedachte auch einer Razzia durch die Nazis vor 78 Jahren in Rom, in deren Folge mehr als 1000 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden.

An der Kundgebung in Rom haben auch mehrere Hundert Menschen aus Südtirol teilgenommen. Es sei gelungen, das Gemeinsame hervorzuheben, sagte der Landessekretär des SGB/CISL, Walter Gasser, nach der Kundgebung zu Rai Südtirol. Das sei wichtig gewesen, weil auch der Anschlag auf den Sitz der CGIL am vergangenen Samstag ein Anschlag auf die gemeinsamen Werte war. Laut Gasser haben auch viele Menschen an der Kundgebung teilgenommen, die ein Zeichen gegen Faschismus und antidemokratische Bewegungen setzen wollten.

Der frühere Landessekretär der CGIL Alfred Ebner sagte im Mittagsmagazin, man müsse den Anfängen wehren; der Aufstieg des Faschismus habe mit der Plünderung der Gewerkschaftssitze begonnen.
 
pm/dpa 

					

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