Tagesschau
17. Oktober 2021 aktualisiert um 20:36
Wirtschaft und Arbeit

Südtirol

Handelskammer für Maßnahmen gegen Schwarzvermietung

Das Tourismusministerium plant eine Datenbank für alle Kurzzeitvermietungen. Laut Handelskammer könnte man "Schwarze Schafe" so leichter finden.
Quelle © Symbolbild/Pixabay
Privatwohnungen kurzfristig an Touristen vermieten, ist in und lukrativ zugleich. Und weil es in Italien - und wohl auch in Südtirol - durch das Internet und Online-Portale wie Airbnb oder auch Booking einen regelrechten Boom an solchen Vermietungen gibt, will das Tourismusministerium nun handeln und gegen Schwarzvermietungen vorgehen.

Eine Kontrolle der vorübergehend an Touristen vermieteten Wohnungen ist für die öffentliche Hand schwierig. Daher plant das italienische Tourismusministerium eine eigene Datenbank: Jede zur Kurzzeitvermietung verwendete Unterkunft soll eine Identifikationsnummer erhalten, die auf jeder publizierten Werbeanzeige aufscheinen muss. Anhand der Identifikationsnummer ist es für die Finanzbehörden wesentlich einfacher, nicht registrierte Unterkünfte herauszufiltern.

Handelskammer: Pläne positiv für fairen Wettbewerb

Die Südtiroler Handelskammer befürwortet die Pläne des Tourismusministeriums. Allerdings dürfe nicht ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand für die Beherbergungsbetriebe entstehen.

„Es ist wichtig, dass für alle Betriebe dieselben Voraussetzungen herrschen und ein fairer Wettbewerb am Markt stattfindet.(...) Jedoch darf für die bestehenden Beherbergungsbetriebe keine zusätzliche Bürokratiebelastung entstehen.“

Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen

Laut dem Präsidenten der Handelskammer Alfred Aberer ist die aktuelle Situation sehr ungleich: „Jene die Privatzimmer gewerblich vermieten sind eingetragen, sie zahlen Steuern und erfüllen Auflagen, die von der Hygiene bis zum Arbeitsrecht reichen.“ Andere könnten die Zimmervermietung hingegen ohne Anmeldung betreiben, so Aberer.

Die Datenbank soll in den kommenden Monaten erstellt werden. Nach den Plänen der Regierung soll es bei der Vermietung ohne Identifikationsnummer Strafen von 500 bis 5.000 Euro geben. Bei einer Wiederholung soll die Strafe verdoppelt werden.

Zehn Prozent Leerstand

Laut dem Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO Georg Lun stehen etwa zehn Prozent der Wohnungen in Südtirol leer. Eine Wohnung sei für viele eine Geldanlage, erklärte Lun, und eine leere Wohnung lasse sich leichter verkaufen.

Die Wohnungsnot sei insbesondere in Städten wie Bozen und Meran sowie in den touristisch stark entwickelten Gemeinden groß. Als Gründe dafür nennt Lun unter anderem die steigende Zahl der Single-Haushalte und den großen Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland.

ka/et

					

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