Tagesschau
29. November 2021 aktualisiert um 21:47
Gesellschaft

Essen

Südtiroler wollen mehr Tierwohl – kaufen aber Billigfleisch

Paradox: Obwohl sich die Südtiroler mehr Tierwohl in der Fleischproduktion wünschen, kaufen nur wenige Fleisch mit hohen Standards.
Quelle © Ansafoto Die Mehrheit der Südtioler lehnt Massentierhaltung eigentlich ab
Die Mehrheit der Südtioler lehnt Massentierhaltung eigentlich ab
Trotz der hohen Sensibilität für Tierschutz und Tierwohl entscheiden sich beim Einkauf viele Fleischkonsumenten oft für das billigste Produkt.

Das geht aus Studien und Umfragen der Südtiroler Verbraucherzentrale hervor. Besonders entscheidend sei dabei der Preis, erklärt VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer: "Der Preis macht ganz viel aus, denn der Preis unterschied wird als enorm empfunden. Eigentlich ist nicht das hochwertige Produkt zu teuer, sondern das Billigprodukt zu billig“, sagt Bauhofer.

Keine Informationen über Art der Tierhaltung

Bei den meisten Produkten fehlt laut Bauhofer jegliche Information über die Tierhaltung. Begriffe wie "artgerecht" oder „tiergerecht" seien gesetzlich nicht definiert. Zudem sei die Verfügbarkeit von Fleisch aus artgerechter lokaler Produktion bzw. aus lokaler biologischer Produktion in Südtirol begrenzt. 

Auch Gastronomie hat Aufholbedarf

Außerdem brauche es eine Anhebung der gesetzlichen Mindeststandards sowie Anreize für wirklich artgerechte Produktion. Der Handel müsste auf Billigangebote verzichten.

Wichtig und hilfreich wäre eine verpflichtende Kennzeichnung von tierischen Produkten in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Und: schlussendlich auch ein Umdenken bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Heute wird zum 90.-sten Mal der internationale Tierschutztag begangen. Dieser wurde anlässlich des internationalen Tierschutzkongresses von Florenz 1931 für den vierten Oktober ausgerufen.

az/hp

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Gesellschaft