Tagesschau
17. Jänner 2022 aktualisiert um 18:47
Verkehr und Straßenzustand

Erhebung

Südtirol: Immer weniger fahren mit dem Auto

Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie nutzen weniger Südtiroler:innen das Auto, aber auch die Nutzung der Öffis geht zurück.
Quelle © pixabay Hat sich unser Mobilitätsverhalten wirklich verändert?
Hat sich unser Mobilitätsverhalten wirklich verändert?
Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hat das Mobilitätsverhalten der Südtiroler untersucht und dabei Veränderungen untersucht, welche seit der Corona-Pandemie festzustellen sind.

So geben im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie die Südtiroler im Alter zwischen 14 und 80 Jahren an, dass sie mehr Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad und weniger mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.
 

Die Mobilitätsbilanz

Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, etwa gleich viele Wege zu Fuß zurückgelegt zu haben, 36% sogar mehr und 9% weniger. Auch beim Radfahren fällt die Bilanz positiv aus, wenn auch in geringerem Maße (+13%).
Alle anderen Verkehrsmittel, mit Ausnahme der Motorräder, die im Großen und Ganzen gleich viel wie vorher genutzt wurden, weisen negative Bilanzen auf, also eine geringere Nutzung.

Das Auto wird von 15% der Befragten mehr und von 27% weniger genutzt, mit einer Bilanz von -12%.

Weniger mit Öffis unterwegs

Die Bilanzen der städtischen Linien (-19%) und der Überlandlinien (-18%) fielen eindeutiger aus.

Als Gründe dafür, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nach der Pandemie seltener genutzt werden, nannten die Befragten die Angst vor Ansteckung (40 % der Befragten) und die Tatsache, dass die Verkehrsmittel unbequem geworden sind (Abstand, Masken usw.).

Auch Smart-Working bzw. Fernunterricht sind Gründe für die rückläufige Nutzung der Öffis.

Autoland Südtirol

Das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel der Südtiroler zwischen 14 und 80 Jahren ist und bleibt das Auto: 38% nutzen es als Fahrer oder Beifahrer jeden oder fast jeden Tag, 32% einen oder mehrere Tage pro Woche, 19% seltener und 11% nie.
Die häufigsten Gründe dafür, dass man mit der Nutzung des Autos unzufrieden ist, sind der Verkehr und die Schwierigkeit, einen Parkplatz zu finden (57% bzw. 48%), gefolgt von zu hohen Kosten (30%) und schlecht erhaltene Straßen (15%).

Die durch das Auto verursachte Umweltverschmutzung ist nur für wenige Südtiroler der Grund, auf das Auto zu verzichten (8%).

Jeder Dritte radelt

31% der Bevölkerung benutzen mindestens einmal pro Woche ein klassisches Fahrrad und 13% ein Elektrofahrrad, das mehr benutzt wird als Motorroller und Motorrad (7%).

Die Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen ist noch relativ gering: 2% der Südtiroler nutzen diese, meist gelegentlich.

Nummer 1: Sasa

Von allen öffentlichen Verkehrsmitteln wird der Stadtbus am häufigsten genutzt: 14% der Südtiroler fahren mindestens einmal pro Woche damit. Darauf folgen der Überlandbus und der Zug (jeweils 9%) und die Seilbahn (2%).

Auf die Frage, ob sie die öffentlichen Verkehrsmittel stärker nutzen würden, antworteten 43% der Befragten mit „Ja“, sofern bestimmte Bedingungen gegeben sind; 30% gaben an, dass sie diese bereits nutzen, wann sie können, und 27% antworteten mit „Nein“.
Die Bedingungen, unter welchen die Bürger bereit sind, mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, hängen von der Art der Gemeinde ab, in der sie wohnen.

Die Einwohner von Hauptzentren wünschen sich vor allem weniger überfüllte Fahrzeuge (44% derjenigen, die die öffentlichen Verkehrsmittel stärker nutzen würden) und häufigere Fahrten (36%), während die Einwohner von Nebenzentren und Randgemeinden sich vor allem bessere Verbindungen wünschen (46%).

Einmal Bozen - Meran

Die durchschnittliche Entfernung, die pro Kopf an einem durchschnittlichen Werktag zurückgelegt wird, beträgt 33 km.

Zum Vergleich: italienweit werden im Schnitt pro Tag 28 km zurückgelegt.
Interessant auch: An einem durchschnittlichen Werktag entfallen 38% der zurückgelegten Wege auf die Hauptverkehrszeiten (7-9 Uhr und 17-19 Uhr), während sich 62% der Mobilitätsnachfrage auf alle anderen Uhrzeiten konzentriert.

cb

					

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