Tagesschau
17. Oktober 2021 aktualisiert um 20:36
Wirtschaft und Arbeit

Green Pass

Corona-Tests: Regierung diskutiert Preissenkungen

Kurz vor Einführung der 3G-Pflicht am Arbeitsplatz fordern Gewerkschaften die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber oder deutliche Preissenkungen bei den Corona-Tests.
Quelle © Privat Ein Bild vom Februar 2021: Wartende Menschen vor dem Corona-Testzentrum in Schlanders.
Ein Bild vom Februar 2021: Wartende Menschen vor dem Corona-Testzentrum in Schlanders.
Vor der Ausweitung der 3G-Pflicht auf die Arbeitswelt wächst der Druck der Gewerkschaften auf die italienische Regierung. Die Gewerkschaften fordern eine Senkung der Kosten für die Schnelltests, denen sich nicht geimpfte Arbeitnehmer unterziehen müssen, um den Grünen Pass zu erhalten, der ab Freitag, 15. Oktober, für den Zutritt zum Arbeitsplatz notwendig ist.
 
"Wir haben die Regierung gebeten, die Test-Preise stark zu drücken, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu fördern. Premier Mario Draghi hat uns geantwortet, dass die Regierung bei einer Ministerratsitzung in den kommenden Tagen über mögliche Schritte in diese Richtung entscheiden wird", berichtete der Chef des zweitstärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CISL, Luigi Sbarra, nach einem Gespräch mit Draghi.

Kostenübernahme durch Arbeitgeber 

Die Gewerkschaften fordern außerdem, dass die Arbeitgeber die Kosten für die Schnelltests übernehmen sollen. Derzeit beträgt der Preis für die Antigentests 15 Euro. Die Rechtspartei Fratelli d ́Italia verlangt, dass der Staat für die Kosten der Antigentests aufkommen soll.
 
Experten der unabhängigen Stiftung Gimbe gehen davon aus, dass 3,8 Millionen italienische Arbeitnehmer nicht geimpft sind. Sie warnte vor der Gefahr eines Chaos wegen des erwarteten Ansturms auf Teststationen. Die Stiftung bezifferte den Bedarf an Schnelltests in Italien auf 11,5 Millionen pro Woche. Das liege weit über den 1,2 Millionen Tests, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurden. Die Gefahr sei, dass wegen fehlender Testkapazitäten viele Arbeitnehmer in den kommenden Tagen nicht getestet werden könnten.

Im vergangenen Monat sei die Zahl der Italiener, die sich einem Schnelltest unterzogen haben, um 57,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. "Dies bezeugt, dass ein Teil der Bevölkerung sich nicht impfen lassen will", hieß es in einem Gimbe-Bericht. Die Einführung der 3G-Pflicht habe nicht zu dem von der Regierung erhofften Resultat geführt, mehr Menschen zur Impfung zu bewegen.
 
(al/apa)

					

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