Tagesschau
03. Februar 2023 aktualisiert um 22:06
Politik und Institutionen

Pandemie

Österreich geht in den Lockdown - Corona-Impfpflicht kommt

Österreich geht wegen der Corona-Krise erneut in einen Lockdown und wird im Februar eine Impfpflicht einführen.
Quelle © AP
Österreich führt als erstes Land in Europa eine Corona-Impfpflicht für alle ein. Das gab Bundeskanzler Alexander Schallenberg nach der Sitzung der Regierung mit den Landeshauptleuten am Achensee in Tirol bekannt. Die Impfpflicht tritt am 1. Februar in Kraft.

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen und der Überlastung der Krankenhäuser wird ab Montag für 20 Tage ein Lockdown über das ganze Land verhängt. Menschen dürfen ihr Zuhause nur für dringende Einkäufe oder Erledigungen verlassen, um zur Arbeit zugehen, oder um Bewegung im Freien zu machen. Lokale und die meisten Geschäfte schließen.

Alle Eltern wurden aufgerufen, ihre Kinder wenn möglich nicht zum Unterricht zu schicken. Für Familien ohne Betreuungsmöglichkeit bleiben die Schulen aber offen. Ab spätestens 13. Dezember sei für Geimpfte und Genesene der Lockdown vorbei, sagte Schallenberg. Einschränkungen für Ungeimpfte sollen danach aber weiter bestehen bleiben.

Schallenberg: Regierung hat zu lange gewartet

Bundeskanzler Alexander Schallenberg bedauerte, dass nicht ausreichend viele Menschen von der Sinnhaftigkeit der Impfung überzeugt werden konnten. Die Regierung habe zu lange zugewartet, dass sich die Menschen freiwillig impfen ließen. Angesichts der vielen Toten, Kranken und der Überlastung der Krankenhäuser bliebe nun kein anderer Ausweg als die Impfpflicht. Sie werde ab 1. Februar 2022 gelten.

Bei Verstößen würden Verwaltungsstrafen drohen, sagte Schallenberg. Details der Regelung sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. "Wir wollen keine fünfte Welle, wir wollen keine sechste und siebte Welle." Das Virus werde nicht weggehen, sondern bleiben.

Der Lockdown sei ein schwerer Schritt. "Das schmerzt enorm", sagte der Kanzler weiter. Ohne sie beim Namen zu nennen, kritisierte er die in Österreich einflussreiche rechte FPÖ heftig. Deren Impfkritik sei eigentlich ein "Attentat auf unser Gesundheitssystem".

Viele Menschen hätten sich leider von Falsch-Nachrichten radikaler Impfgegner von der Impfung abschrecken lassen. Das Corona-Virus bleibe. Die Impfung sei bis jetzt das einzige Mittel, um trotz Virus halbwegs normal leben zu können.

Österreich leidet unter einer massiven vierten Infektionswelle, die mit den bisherigen Maßnahmen nicht gebrochen werden konnte.

apa/mm/pg

					

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