Tagesschau
03. Dezember 2021 aktualisiert um 12:44
Gesundheit

Schule

Impfpflicht in der Schule: Was tun bei 4.000 Ungeimpften?

Ab Mitte Dezember gilt für 20.000 Lehrpersonen sowie Mitarbeiter der Schulen, Kindergärten und der Universität die Impfpflicht. Wie soll ein Chaos vermieden werden?
Quelle © Rai Südtirol - pixabay
Gustav Tschenett weiß noch nicht recht, wie das funktionieren soll. „Wir haben noch keine konkreten Informationen“, sagt der Bildungsdirektor im Schulamt, „was wir wissen, ist, dass diese 2-G-Pflicht für alle Lehrpersonen und auch die Mitarbeiter im Verwaltungsbereich, den Kindergärten, Musikschulen und der Universität kommt.“ Das bedeutet: Etwa 20.000 Personen müssen geimpft oder genesen sein, um weiterhin arbeiten zu können. „Wir können jetzt nicht genau sagen, wie viele Personen diese Vorgabe nicht erfüllen“, sagt Tschenett, „wir können lediglich schätzen.“ Demnach würden etwa 4.000 Mitarbeiter durchs Raster fallen und müssten suspendiert werden.  

„Suspendierung bedeutet, dass diese Mitarbeiter nicht die Arbeit verlieren. Sie bleiben weiterhin angestellt, bekommen aber kein Gehalt ausbezahlt und auch keine Pensionsbeiträge werden bezahlt. Bis sie die Vorgabe 2-G-Vorgaben erfüllen.“

Gustav Tschenett, Bildungsdirektor

Mit dieser Impfpflicht droht nun auch dem Bildungsbereich ein ähnlicher Personalengpass wie schon seit Monaten dem Gesundheitsbereich. Dort mussten viele ungeimpfte Mitarbeiter ab Juni suspendiert werden. „Klar kommen da Schwierigkeiten auf uns zu. Jetzt müssen wir sehen, wie wir die Grunddienste aufrecht erhalten können“, sagt Tschenett.

Abhilfe durch Pensionisten?

Wie also kann der Bildungsbereich auch ohne 4.000 suspendierte Mitarbeiter weiter funktionieren? Damit haben sich die Verantwortlichen schon auseinandergesetzt. Eine Idee besteht darin pensionierte Lehrpersonen übergangsmäßig wieder in den Dienst zu stellen. Oder auf in Ausbildung befindliche Personen zurückzugriefen. „Wenn Personen in Ausbildung sind, zurückkommen, dann verlängert sich die Ausbildung. Da braucht man dann Übergangsregelungen“, sagt Tschenett, „auch pensionierte Lehrpersonen zurückzuholen, ist nicht ideal.“

„Aber im Moment sind wir nicht im Wunschkonzert.“

Gustav Tschenett, Bildungsdirektor

Impfunwillige Dörfer

Wo also sind die Schulen und Bildungseinrichtungen, in denen man ab Mitte Dezember mit einem möglichen Personalnotstand rechnen muss? Tschenett verweist auf die Landkarte mit den Impfstatistiken. In jenen Gemeinden mit besonders niedrigen Impfraten, sind auch die Bildungseinrichtungen mit den größten Problemen. Demnach sind das besonders Talschaften wie etwa das Passeiertal oder das Ultental. Sollte dort in den kommenden Wochen bis Mitte Dezember in Sachen Durchimpfungsrate nicht viel passieren, dann kann der Unterricht in den Schulen sowie den Musikschulen und den Kindergärten nicht problemlos garantiert werden. Tschenett arbeitet jetzt fieberhaft daran, dass genau das nicht passiert.
hase/pg

					

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