Tagesschau
19. August 2022 aktualisiert um 11:31
Politik und Institutionen

Südtirol

Begnadigung von Heinrich Oberleiter: Die Reaktionen

Mit diesem Akt hat Matteralla ein Zeichen gesetzt, sagt der Landeshauptmann. Auch Eva Klotz zeigt sich erfreut und fordert weitere Begnadigungen.
Quelle © Rai Tagesschau Landeshauptmann Arno Kompatscher
Landeshauptmann Arno Kompatscher

"Sergio Mattarella hat mit diesem Akt ein Zeichen gesetzt."

Landeshauptmann Kompatscher erklärte in einem ersten Statement: "Das Thema der Begnadigungen war natürlich ein Thema, das bei Treffen von Südtiroler Landeshauptleuten mit dem jeweils amtierenden Staatspräsidenten immer auf der Tagesordnung stand. Erst jetzt hat sich mit dem Antrag von Heinrich Oberleiter auch tatsächlich die Möglichkeit ergeben. Sergio Mattarella hat mit diesem Akt auch ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen des Willens, einen Schlussstrich unter eine leidvolle Geschichte zu ziehen, ohne dass deshalb irgendetwas vergessen werden soll. Gleichzeitig ist die Entscheidung auch eine Würdigung für das, was es zwischenzeitlich an Entwicklungen gegeben hat."

Mit der Begnadigung von Heinrich Oberleiter werde somit einmal mehr ein positiver Schritt gesetzt, der hilfreich für die Überwindung von erlittenem Leid sein kann, ohne zu vergessen, was passiert ist, so Kompatscher. 

„Die Begnadigung ist ein hart ersehnter Akt der Versöhnung. Damit geht ein jahrelanger Wunsch in Erfüllung“, sagt SVP-Obmann Philipp Achammer, der allen dankt, die jahrelang für die Begnadigung gekämpft hätten.

Eva Klotz erfreut

Die langjährige Vorsitzende der Südtiroler Freiheit reagiert erfreut auf die Begnadigung Heinrich Oberleiters. Sie hoffe, dass nun die anderen Pusterer Buam begnadigt werden. Dies sei ein Akt des Staatspräsidenten für den es ihrer Meinung nach kein Gnadengesuch brauche, so Klotz.
 

Heimatbund erfreut und mit Hoffnung auf einen Schlusstrich

Mit großer Freude begrüßt der Südtiroler Heimatbund die Begnadigung Heinrich Oberleiters. Obamnn Roland Lang schreibt, es wäre auch an der Zeit, dass Italien in Bezug auf die übrigen Südtiroler Freiheitskämpfer einen versöhnlichen Schlussstrich unter ein tragisches Geschehen ziehe, in welchem  - Zitat - "sich die römische Politik nicht mit Ruhm bedeckt hat. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die nie gesühnten Folterungen wehrloser Häftlinge in den Carabinieri-Kasernen und an den Einsatz verdeckt agierender Geheimdienstagenten, die auch vor Provokation und Mord nicht zurückschreckten.  Dem italienischen Staatspräsidenten ist zu danken, er ist aber auch gebeten, eine abschließende umfassende Versöhnungshandlung zu setzen."

Südtiroler Freiheit: "Längst überfälliger Schritt"

Auch die Südtiroler Freiheit drückt in einer Mittelung ihre Freude über die Begnadigung aus: "Die Südtiroler Freiheit freut sich über die Begnadigung des Süd-Tiroler Freiheitskämpfers Heinrich Oberleiter, der fast 60 Jahren im Zwangsexil leben musste, weil er vom italienischen Staat dafür verfolgt wurde, dass er sich für die Rechte der Süd-Tiroler eingesetzt hat. Es ist dies ein längst überfälliger Schritt der politischen Gerechtigkeit, aber vor allem der Menschlichkeit."
Besonders wichtig ist im Gnadenbescheid des italienischen Staatspräsidenten sei die Feststellung, dass der Einsatz von Heinrich Oberleiter ─ und somit der Pusterer Buam ─ nicht zu Todesopfern geführt habe. Damit spreche nun nichts mehr gegen die Begnadigung bzw. Amnestie auch der restlichen Pusterer Buam sowie von Erhard Hartung. Die Südtiroler Freiheit schreibt am Ende ihrer Aussendung: "Es ist höchst an der Zeit, dass unsere Freiheitskämpfer, die ihr ganzes Leben für Volk und Heimat geopfert haben, endlich heimkehren dürfen!"

fm


					

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