Tagesschau
01. Oktober 2022 aktualisiert um 06:10
Kunst und Kultur

Kunst

​Herbert Achternbusch ist tot

Der deutsche Schriftsteller, Maler und Regisseur wurde 83 Jahre alt.
Quelle © Martin Kaufmann
Achternbusch studierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Er malte und fertigte Plastiken an. Mitte der 1960er Jahre verlegte sich Achternbusch aufs Schreiben. Sein Erstlingsroman "Die Alexanderschlacht" (1971) galt als bahnbrechend für die junge deutschen Literatur in den 1970er-Jahren. 

Autorenkino

Anfang der 1970er Jahre begann Achternbusch, erste Schmalfilme zu drehen. Er gilt als bedeutender Vertreter des deutschen Autorenfilms. Bei seinen Filmen war er meist Autor, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion. Sein Film "Das Gespenst" löste einen Skandal aus. Der Film zeigt, wie Jesus Christus in einem bayerischen Kloster vom Kreuz steigt, um mit einer jungen Ordensoberin zu schlafen. Der Film wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten. Das Verbot in Deutschland wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Hunderte Katholiken protestierten vor den Kinos und in den Kinosälen.

„Ich musste 1938 auf die Welt kommen, nachdem ich mir meine Eltern schon ausgesucht hatte. Meine Mutter war eine sportliche Schönheit vom Land, die sich nur in der Stadt wohlfühlte. Mein Vater war sehr leger und trank gern, er war ein Spaßvogel. Kaum auf der Welt, suchten mich Schulen, Krankenhäuser und alles Mögliche heim. Ich leistete meine Zeit ab und bestand auf meiner Freizeit. Ich schrieb Bücher, bis mich das Sitzen schmerzte. Dann machte ich Filme, weil ich mich bewegen wollte. Die Kinder, die ich habe, fangen wieder von vorne an. Grüß Gott!“

Herbert Achternbusch
Mit Das Klatschen der einen Hand stellte er 2002 den letzten seiner über zwei Dutzend Filme fertig.

 
Herbert Achternbusch im Filmclub BozenHerbert Achternbusch im Filmclub Bozen
Herbert Achternbusch prägte Sprüche, von denen manche fest in den deutschen Sprachschatz übergangen sind, wie „Du hast keine Chance, aber nutze sie." Wie der Gründer des Filmclubs Bozen Martin Kaufmann zu Rai Südtirol sagte, schob Achternbusch in den 1980er Jahren die Filmtage in der Landeshauptstadt an. Achternbusch kam immer wieder nach Bozen und zeigte seine Filme.
 
(rd/pt)

					

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