Wahl des Staatspräsidenten

Mitte Rechts schlägt drei Kandidaten vor

Der Mitte-Rechts-Block schickt Ex-Staatsanwalt Nordio, Ex-Senatspräsident Pera und Ex-Bildungsministerin Moratti ins Rennen.

Mitte Rechts schlägt drei Kandidaten vor
Ansa
Lege-Chef Matteo Salvini hat sein Versprechen wahr gemacht und am Dienstag Nachmittag drei Kandidaten für die Präsidentenwahl in Italien vorgeschlagen. Die Namen wurden vom Mitte-Rechts-Block bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Rom angekündigt. Dabei handelt es sich um den Ex-Staatsanwalt Carlo Nordio, um den früheren Senatspräsidenten Marcello Pera und um Ex-Bildungsministerin Letizia Moratti.

Salvini: Brücken für parteiübergreifenden Kandidaten

 "Wir legen drei Namen vor, in der Hoffnung, dass es über diese Persönlichkeiten von höchstem Profil zu einem Dialog mit dem Mitte-Links-Block kommt", sagte Matteo Salvini. Sein Ziel sei es, Brücken zu schlagen, um zur Wahl einer parteiübergreifenden Person zu gelangen.

Der 75-jährige Carlo Nordio hatte in den vergangenen Jahren heikle Korruptionsermittlungen geführt, zuletzt in Zusammenhang mit dem Dammsystem MOSE in Venedig. Der Ex-Staatsanwalt gilt als angesehener Kämpfer gegen die Korruption.
Der 78-jährige Marcello Pera ist ein Wissenschaftsphilosoph und Schriftsteller. Von 2001 bis 2006 war er Senatspräsident. 2004 veröffentlichte er mit dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger, der später zum Papst aufrücken würde, das Buch "Senza radici" (Ohne Wurzeln), in dem es um ethische Themen ging.

Die 72-jährige Letizia Moratti schaut auf eine lange politische Karriere zurück. Sie war unter anderem Präsidentin der öffentlich-rechtlichen-TV-Anstalt RAI. 2001 bekleidete sie den Posten der italienischen Bildungsministerin in den Kabinetten Berlusconi II und III. 2006 wurde sie zur Mailänder Bürgermeisterin gewählt und bekleidete den Posten bis 2011. Derzeit ist sie als Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei im Kampf gegen die Pandemie engagiert. Bisher ist in Italiens republikanischer Geschichte noch nie eine Frau zur Präsidentin gewählt worden.

Zweiter Wahlgang läuft

Der Chef des Partito Democratico, Enrico Letta, sagte im Gespräch mit Journalisten, die von Mitte-Rechts genannten Personen seien ohne Zweifel ehrenhafte Persönlichkeiten, die man im Mitte-Links-Lager ohne Vorurteile bewerten werde. Doch das wird noch einige Zeit dauern. 

Der zweite Wahl-Durchgang endete - wie erwartet - ergebnislos, mit vorwiegend weißen Stimmzetteln. Ob auch der dritte Wahlgang am Mittwoch ohne Ergebnis endet, wird sich zeigen. Möglich wäre nach Ansicht von Experten eine Einigung auf Ex-Bildungsministerin Letizia Moratti. Bis zum dritten Wahlgang ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit nötig. Erst ab Donnerstag reicht dann die einfache Mehrheit von 505 Stimmen der 1.009 Wahlleute. 

In das Amt des Präsidenten sind alle Italiener wählbar, die das 50. Lebensjahr vollendet haben und im vollen Besitz ihrer bürgerlichen und politischen Rechte sind. Die Präsidenten werden von den Parteien vorgeschlagen. Gewählt wird der Präsident für ein siebenjähriges Mandat. Zwölf Präsidenten gab es in Italien seit der Gründung der Republik, bisher wurde noch keine Frau zur Staatschefin Italiens gewählt.

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