Tagesschau
27. Jänner 2022 aktualisiert um 14:54
Wirtschaft und Arbeit

Masken-Affäre

​Rotes Kreuz: Oberalp war für die Qualität der Masken verantwortlich

Im Streit um die chinesischen Masken sieht das österreichische Rote Kreuz den Besteller für die Qualität verantwortlich - und damit die Oberalp.
Quelle © unsplash
Im Zusammenhang mit der Beschaffung von fehlerhaften FFP2-Masken im Jahr 2020 ist zwischen den involvierten Unternehmen eine Kontroverse ausgebrochen. Nachdem die Firma Oberalp in einer Stellungnahme betonte, dass nicht sie die Waren importiert habe, sondern die Tochterfirma des Österreichischen Roten Kreuzes (hier lesen Sie die Stellungnahme vollinhaltlich), erklärte die Hilfsorganisation: "Besteller der Ware und daher für deren Qualität verantwortlich war Oberalp, nicht das ÖRK".

In Bezug auf die Ermittlungen in Österreich hatte Oberalp festgehalten, dass das ÖRK im März 2020 an die Gruppe herangetreten war, um Masken und Schutzanzüge am Flughafen Xiamen in China für den Import bereitstellen zu lassen. Den Import der Ware aus China habe in der Folge das ÖRK, und nicht die Oberalp Gruppe, durchgeführt. Selbiges gelte für Südtirol, wo der Sanitätsbetrieb für den Import verantwortlich zeichnete, gab das Unternehmen bekannt.

Ermittlungen in Österreich und Italien

Die Masken wurden im Auftrag des Landes und auf Vermittlung der Firma Oberalp hin aus China importiert. Nun wird auch in Österreich ein eigenes Strafverfahren geführt. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass es in Österreich in dem Zusammenhang Ermittlungen wegen schweren Betruges gibt. Der Schaden könnte sich laut WKStA nach derzeitigem Stand auf 15,6 Millionen Euro belaufen.

Rotes Kreuz: Ermittlungen gegen Oberalp

Das ÖRK bestätigte gegenüber der APA die Hausdurchsuchung bei der Tochterfirma ÖRK Einkauf und Service GmbH in Wien, betonte jedoch, dass die Organisation als Zeuge geführt werde. "Die humanitäre Hilfsorganisation unterstützt als Zeuge bei Ermittlungen zur Corona-Maskenbeschaffung und ist an voller Aufklärung interessiert", hieß es.

Das ÖRK ließ weiters wissen, dass die Behörden gegen die Oberalp AG und deren Geschäftsführung wegen des Vorwurfs ermitteln, die Republik Österreich und auch die ÖRK-Tochterfirma bei der Bestellung mangelhafter Masken getäuscht zu haben. "Das Rote Kreuz ist an einer raschen Aufklärung interessiert und hat bereits in der Vergangenheit umfassende Informationen geliefert. Die Ermittlungen, die zur Hausdurchsuchung geführt haben, richten sich gegen die Oberalp AG, nicht gegen das Rote Kreuz oder dessen Tochtergesellschaft."

apa/pg

					

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