Tagesschau
27. Jänner 2022 aktualisiert um 15:46
Gesellschaft

Mobilität

Fahrtkostenbeitrag: Neues Verfahren für Nicht-Politiker

Die Online-Ansuchen für einen Fahrtkostenbeitrag (Pendlergeld) kommen später als gewohnt, man will das Thema überarbeiten.
Quelle © lpa Neues Verfahren für Fahrtkosten-Beitrag
Neues Verfahren für Fahrtkosten-Beitrag
Es ist ohne Zweifel ein ungünstiger Moment, um über die Rückerstattung von Fahrtkosten zum Arbeitsplatz zu sprechen. Nach dem Rücktritt der Landtagsabgeordneten Jasmin Ladurner wegen eingereichter Fahrtspesen als Beifahrerin, ist die öffentliche Sensibilität für dieses Thema zwangsläufig besonders groß. Auch wenn es mal nicht um die Fahrtkostenrückerstatung für Politiker geht. 

Online-Anträge werden überarbeitet

Nun heißt es Seitens der Abteilung Mobilität des Landes, dass im Zusammenhang mit dem Fahrtkostenbeitrag „das Verfahren überarbeitet“ wird. Doppeldeutig ist das allerdings nicht gemeint. Tatsache ist, dass „die Beantragung der Gesuche (…) deswegen zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert“ wird.

Die Regelung bisher

Grundsätzlich können Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die für den Weg zum Arbeitsplatz keine oder sehr ungünstige Bus- und Bahnverbindungen haben, beim Land einen Zuschuss für die Fahrtkosten beantragen. Im Jahr 2020 wurden rund 4700 Ansuchen um den Fahrtkostenbeitrag eingereicht, das Land hatte dafür etwas mehr als 2,8 Millionen Euro bereit gestellt. Die durchschnittliche Beitragshöhe pro Person lag bei 600 Euro, die Höchstbeiträge lagen bei etwa 2500 Euro. Voraussetzung für die Berechtigung, einen solchen Beitrag zu beantragen war bisher unter anderem, dass man auf dem Weg zur Arbeit eine Strecke zurücklegen muss, auf der kein öffentlicher Liniendienst mindestens im Halbstundentakt verkehrt. Dazu kommen weitere Kriterien, darunter die Entfernung zur nächsten Haltestelle von mehr als zehn Kilometern, die Nicht-Übereinstimmung von Arbeitszeiten mit den Bus- und Zugfahrplänen sowie unvermeidbare längere Wartezeiten.

Einschränkungen nach Einkommen

Wie es in der bisherigen Landesregelung heißt, wird der Beitrag nicht gewährt, wenn das Bruttogesamteinkommen 50.000 Euro überschreitet oder wenn ein kostenloses Dienstfahrzeug genutzt wird. Auch Beiträge von weniger als 200 Euro werden nicht ausbezahlt.

Benutzerfreundlichere Ansuchen

In der Mitteilung des Landespresseamtes heißt es am Freitag, dass die Einreichung der Gesuche, die letztes Jahr am 18. Jänner begann, heuer erst zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert ist. Der Grund: da die Online-Ansuchen nutzerfreundlicher gestaltet und die Kriterien des Zuschusses derzeit überarbeitet werden, brauche man noch etwas Zeit. Sobald die Überarbeitung abgeschlossen ist, heißt es weiter, werden die zuständigen Stellen alle notwendigen Informationen bekannt geben. Man darf gespannt sein, wie die neue Regelung aussehen wird.
 

(zb/lpa)

					

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