Tagesschau
19. Mai 2022 aktualisiert um 07:49
Umwelt

Ahrntal

AVS sieht Pistenprojekt am Klausberg kritisch

Der Alpenverein Südtirol äußert sich kritisch zur geplanten Erweiterung der Piste am Sonnenlift im Skigebiet Klausberg im Ahrntal. Lifterneuerung: Ja, Pistenausbau: Nein.
Quelle © Pixabay  Am Klausberg soll statt des Sonnenlifts eine neue Kabinenbahn gebaut werden.
Am Klausberg soll statt des Sonnenlifts eine neue Kabinenbahn gebaut werden.
Statt des veralteten Sonnenlifts soll am Klausberg eine moderne Zehner-Kabinen-Seilbahn errichtet werden und die zugehörige Piste teilweise verlegt und verbreitert werden. Die zusätzliche Pistenfläche brauche es, weil Klausberg das Skigebiet mit der höchsten Dichte an Skifahrern pro Pistenkilometer in Südtirol ist, sagt der Hotelier und Präsident der Klausberg Seilbahn AG Herbert Steger. Außerdem soll die Piste weniger steil und damit familienfreundlicher werden.
 
Der Alpenverein Südtirol äußert sich kritisch zum geplanten Pistenprojekt. Man sei kein Verein von Umweltfundamentalisten sagt Klaus Bliem, Referatsleiter für Natur- und Umwelt beim AVS. Die Kritik richte sich daher nicht gegen Erneuerung und Modernisierung veralteter Lift-Anlagen.

"Zu einer Lifterneuerung, zum Ersatz eines alten Liftes ist sicher am wenigsten einzuwenden.“

Klaus Bliem, Referatsleiter für Natur- und Umwelt
Kritischer werde es aber dann bei den geplanten Beschneiungsanlagen, sagt Bliem. „Und sicher ganz kritisch wird es, und da werden wir uns genauestens damit befassen, was es mit eventuellen Pistenerweiterungen, Skigebietserweiterungen auf sich hat. Vor allem, wenn da dann Waldflächen dafür geopfert werden müssen."
 
Und das ist für Umweltschützer der Knackpunkt des Projekts. Im Zuge der Erneuerung des Sonnenlifts sollen am Klausberg 134.000 Quadratmeter neue Pistenfläche geschaffen werden. Dafür müssten rund 89.000 Quadratmeter Wald gerodet werden. Ein Eingriff, der in der heutigen Zeit nicht mehr zu rechtfertigen sei, kritisiert Bliem.

Kritik an Zuschüssen vom Land

Hinzu käme dann noch ein ganzer Rattenschwanz aus zusätzlichen Beschneiungsanlagen, der damit verbundenen Infrastruktur und steigendem Energieverbrauch. Dass es dafür dann auch noch Beiträge vom Land gibt - die Klausberg Seilbahn AG rechnet nach eigener Aussage damit, 45 Prozent der Kosten vom Land zurückzuerhalten - ärgert den AVS zusätzlich.
 
All diese Bedenken werde man im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung vorbringen, sagt Klaus Bliem. Denn bislang wisse man von dem Projekt lediglich aus den Medien.
 
(al)

					

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