Tagesschau
25. Mai 2022 aktualisiert um 12:04
Umwelt

Klimawandel

Klima-Check für Großprojekte

Infrastrukturprojekte stoppen und einem Klima-Check unterziehen - das fordert der renommierte Südtiroler Klimaforscher Georg Kaser.
Quelle © Pixabay Die Erderwärmumg lässt Gletscher schmelzen.
Die Erderwärmumg lässt Gletscher schmelzen.
Der neueste Bericht des Weltklimarats ist ein Appell und eine Warnung zugleich. Experten weisen darauf hin, dass die Begrenzung der Erderwärmung auf eineinhalb Grad noch "theoretisch" möglich ist. Als Warnung sollte aber die Botschaft verstanden werden, dass es erstens noch große Barrieren gebe und dass zweitens die Zeit eile. Der Klimaforscher und ehemalige Dekan der Fakultät für Geo-und Atmosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck, Georg Kaser, rät dennoch, den Bericht als "Chance" zu sehen. Er rät außerdem, auch in Südtirol alle großen Infrastrukturprojekte zu stoppen und einem Klima-Check zu unterziehen. Vor allem bei Projekten für den Individualverkehr müsse man sich überlegen, überhaupt noch Geld zu investieren, sagte Kaser auf Rai Südtirol. Eine Ausnahme sei der öffentliche Verkehr.

Für die Begrenzung der Erderwärmung auf eineinhalb Grad, reichen laut Kaser Anpassungen und Korrekturen nicht aus. Diesen "Systemwechsel" sollte man aber als Chance sehen, denn er habe vor allem Vorteile: Das zeige ein aktueller Bericht sehr gut, erklärt Kaser: Dieser habe versucht, die notwendigen Schritte mit den Nachhaltigkeitszielen der UN, hin zu einer klimaneutralen Welt in Relation zu setzen. "Die sind ja so konstruiert, dass ein globales Wohlergehen damit verbunden ist. Da gibt es nur Vorteile und nur ganz ganz wenig Konfliktpotenzial: vor allen Dingen beim Wasser, wo man mit zu viel energetischem Ausbau von Wasser irgendwo in Konflikt mit Wassernutzung und sauberem Trinkwasser hineinsteuern könnte, aber auch das ist machbar."

Laut dem neuen Bericht des Weltklimarats müssen die CO2-Emissionen in den kommenden acht Jahren um 43 Prozent gesenkt werden, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu verfehlen.

Mehr dazu gibt es im heutigen Morgengespräch.

fm/on

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Umwelt