Tagesschau
01. Dezember 2022 aktualisiert um 17:53
Umwelt

Zählung

Immer mehr Wölfe in Italien und auch bei uns

Mehr als 3.300 Wölfe wurden in Italien gezählt, 950 sind es in den Alpenregionen und es werden immer mehr - auch in Südtirol.
Quelle © piqsels
Die Zahl der Wölfe in Italien nimmt zu und wird auf etwa 3.300 Exemplare geschätzt. Davon leben 950 in den Alpenregionen und fast 2.400 im übrigen Teil der Halbinsel, geht aus Schätzungen des Instituts für Umweltschutz ISPRA hervor.

"Wenn man die Ausdehnung der Wolfsgebiete berechnet - 41.600 Quadratkilometer in den Alpen und 108.500 Quadratkilometer in Italien insgesamt - kann man sagen, dass die Wolfspopulation überall zugenommen hat, im Alpenraum am stärksten", erklärt ISPRA.

Ein umfangreiches Netzwerk von Experten war an der Überwachung der Wolfspopulationen beteiligt und sammelte Nachweise für die Anwesenheit der Beutegreifer von Norden bis Süden. Die Präsenz der Wölfe wurde durch Bilder von Fotofallen, 491 erbeutete Huftierkadaver, 171 tote Wölfe sowie Exkremente dokumentiert. 1.500 genetische Analysen wurden durchgeführt, die die Identifizierung der Arten ermöglichten.

Wissenschaftliches Stichprobendesign

Die Untersuchung, die zwischen 2020 und 2021 durchgeführt wurde, ist die erste dieser Art in Italien. „Basierend auf einem wissenschaftlich belastbaren Stichprobendesign und mit gleichzeitiger Datenerfassung", sagt Piero Genovesi, Manager des ISPRA Wildlife Coordination Service.

In den Alpenregionen Italiens gibt es 102 Wolfsrudel und 22 Wolfspaare. Heimisch sind Wölfe mittlerweile in Ligurien, Piemont, im Valle d'Aosta, in der Lombardei, in Venezien und im Friaul sowie in Südtirol und dem Trentino.  Die meisten Tiere leben im westlichen Teil der Alpen, dort wurden 91 Rudel bzw. Wolfspaare gezählt.

Im zentralöstlichen Bereich, zudem auch Trentino-Südtirol gehört hingegen gibt es knapp 33 Rudel/Paare. Die Hälfte davon hat überregionale Gebiete: zum Beispiel 10 Rudel bewegen sich über die Grenzen von Südtirol und dem Trentino sowie der Region Venetien hinweg.

Fleißarbeit von Experten und Freiwilligen 

Seit 1999 werden die Wölfe in Italien kontinuierlich überwacht. Bei einem Monitoring in den Jahren 2017/2018 wurden insgesamt 51 Fortpflanzungseinheiten im Alpenbogen dokumentiert, 2020/2021 waren es bereits 102, was einer Verdoppelung entspricht.
 
Die Ergebnisse wurden Dank einer beeindruckenden Fleißarbeit von Experten und eigens geschulten Freiwilligen erzielt. Zwischen Oktober 2020 und April 2021wurden
insgesamt 40.725 km zurückgelegt und 10.672 Nachweise für die Anwesenheit von Wölfen gesammelt, darunter 5.636 Exkremente, 3.226 Videos und Fotos. Insgesamt 1605 Kilometer Wolfsspuren im Schnee wurden dokumentiert und 171 tote Wölfe gezählt.
 
(apa/ansa)

					

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