Tagesschau
17. Mai 2022 aktualisiert um 09:57
Chronik

Ritten

​Tote Pferde: Darum sind Kriebelmücken so gefährlich

In Lengmoos hat die Feuerwehr zwei tote Pferde geborgen. Sie waren nach Kriebelmückenstichen verendet. Doch warum passiert so etwas?
Quelle © Creative Commons Kriebelmücken sind kleine Zweiflügler mit einer Körperlänge zwischen zwei und sechs Millimeter.
Kriebelmücken sind kleine Zweiflügler mit einer Körperlänge zwischen zwei und sechs Millimeter.
Es war eine Tierbergung der unerfreulichen Art, zu der die Feuerwehr Lengmoos gerufen wurde. Ein Bauer hatte auf seinem Grundstück in Mittelberg zwei tote Pferde entdeckt. Sie hatten einen Angriff von Kriebelmücken nicht überlebt. Die Schwärme dieser kleinen Blutsauger sind für Pferde eine ernste Gefahr, bestätigt Artur Fabi vom Tierärztlichen Dienst des Landes Südtirol.

„Es geht darum, dass diese Mücken in großen Mengen, in Schwärmen, auftreten und gleichzeitig tausendfach zustechen. In ihrem Speichel sind Stoffe enthalten, die die Blutgerinnung vermeiden. Diese Stoffe bewirken eine allergische Reaktion im Tier.“

Rinder öfter betroffen

Das Pferd ist nicht das einzige Tier, das nach Kriebelmückenstichen verenden kann. Häufiger trifft es andere Tiere, sagt Fabi. „In der Vergangenheit waren Rinder öfters betroffen.  Sie reagieren sensibel und sind in Zeiten den Mücken ausgesetzt, in denen diese aktiv sind.“

Ein neues gänzlich neues Phänomen sind Kriebelmücken also nicht. Mückenplagen kommen immer wieder vor. In Südtirol gibt es das Phänomen jedoch erst seit etwa 25 Jahren, in Deutschland oder Österreich hingegen schon länger. Es hängt vom Klima ab, wie gut sich die Mücken im Frühjahr vermehren können.

Gründe für häufiges Auftreten

Heuer folgte auf ein bislang eher feuchtes und kühles Frühjahr ein plötzlicher Temperaturanstieg. Dieser lässt die Larven zur gleichen Zeit schlüpfen. So kommt es zu diesem massiven Auftreten der Mücken.

Was Tierhalter nun tun können, um ihre Pferde und Rinder zu schützen, verlangt jedoch Tier und Mensch einiges ab.

„Tiere sollten untertags und besonders bei Sonnenuntergang nicht im Freien, sondern im Stall gehalten werden. Die Tiere sollten erst am Abend auf die Weide getrieben werden. Außerdem sollen sie beobachtet werden, um frühzeitig eingreifen zu können.“

Kein entspanntes Frühjahr also heuer für die Halter von Rindern und Pferden. Eine gute Nachricht hat Artur Fabi allerdings auch: Menschen und Kleintiere, wie Hunde oder Katzen sind nicht gefährdet.

pm/al 

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Chronik