Tagesschau
28. Mai 2022 aktualisiert um 13:36
Wirtschaft und Arbeit

Lebensmittel

​Bauernbund will mehr lokale Produkte in Mensen

Ein neuer Leitfaden soll es ermöglichen, dass lokale Produkte vermehrt in den Mensen in Südtirol zum Einsatz kommen.
Quelle © OEW Anna Mayr
Die Kritik des Bauernbundes: „Obwohl Südtirols Bäuerinnen und Bauern viele hochwertige Lebensmittel in ausreichender Menge produzieren, werden immer noch z. B. Milchprodukte, aber auch Obst und Gemüse, aus anderen Regionen für die heimischen Mensen hertransportiert. Die Direktvermarkter schauen daher oft durch die Finger. Gründe dafür sind komplexe verwaltungstechnische Abläufe. Zudem wissen die Verantwortlichen in Gemeinden, Bezirksgemeinschaften usw. oft zu wenig über die vertraglichen Möglichkeiten eines Einkaufs bei heimischen Direktvermarktern.“
 
Die Landesregierung hat die Einkaufsgenossenschaft Emporium beauftragt, einen „Praxisleitfaden für eine lokale und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung in Südtirol“ zu verfassen. Dieser soll nun den Weg für die heimischen Produkte in die Mensen ebnen. Im Leitfaden wird u. a. auf die 10.000-Euro-Regelung hingewiesen. Bis zu diesem Betrag können öffentliche Körperschaften bei jedem Produzenten und pro Jahr relativ unkompliziert einkaufen, da die Bestimmungen des Vergabekodizes hier nicht zur Anwendung kommen.
 
Der Leitfaden sei eine große Errungenschaft, erklären Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und Direktor Siegfried Rinner. Politischer Druck und die Änderung des Verhaltens beim Einkauf von in Südtirol produzierten Lebensmitteln können das Anliegen voranbringen. „Eine verstärkte Regionalität ist heute unverzichtbar.“ Es seien aber auch die Landwirte gefordert, auf die vermehrte Nachfrage nach frischem Obst und Gemüse sowie verarbeiteten Produkten zu reagieren.
 
fm

					

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