Tagesschau
04. Juli 2022 aktualisiert um 15:58
Gesundheit

Infektionskrankheiten

Affenpocken: Mäßig gefährlich, aber ansteckend

Affenpocken werden durch engen Kontakt mit Infizierten übertragen, aber auch über Gegenstände wie Wäsche oder Geschirr.
Quelle © Ansa  Bisher waren die Affenpocken vor allem in einigen afrikanischen Ländern verbreitet.
Bisher waren die Affenpocken vor allem in einigen afrikanischen Ländern verbreitet.
Die Affenpocken sind in Südtirol angekommen. Eine Person, die in einem Risikogebiet unterwegs war, ist an Affenpocken erkrankt und wird in Bozen behandelt. Damit gewinnen Fragen rund um die Krankheit an Aktualität. Wir haben mit der Primaria der Abteilung für Infektionskrankheiten am Krankenhaus Bozen Elke Erne über die wichtigsten Fragen rund um die Krankheit gesprochen.

Woran erkennt man Affenpocken?

Wer sich ansteckt hat zunächst unspezifische Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Dann tritt der typische Hautausschlag auf. Es treten zunächst Flecken auf, aus denen sich dann Pusteln entwickeln, die ähnlich aussehen wie jene der Windpocken. Diese verkrusten schließlich, die Kruste fällt irgendwann ab. Im Durchschnitt vergehen laut Elke Erne drei Wochen bis ein Infizierter genesen und auch nicht mehr ansteckend ist.

Wie steckt man sich mit Affenpocken an?

Ansteckend sind vor allem die Hautpusteln und das Sekret in diesen Bläschen. Bei Haut- zu Hautkontakt oder auch Haut- zu Mundkontakt kann die Krankheit über die Pusteln oder später über die Krusten übertragen werden. Ein Übertragungsweg ist also enger Körperkontakt. Daher werden die Affenpocken unter anderem bei Sexualkontakten übertragen.

Das Sekret aus den Pusteln und damit das Virus kann aber auch über Umwege, zum Beispiel über die Bettwäsche von Erkrankten oder über Geschirr übertragen werden. Über das Wasser in Schwimmbädern hingegen besteht laut Erne keine Ansteckungsgefahr.  

Möglich ist auch die klassische Tröpfcheninfektion, wenn man beispielsweise von einem Erkrankten angehustet wird. Auf diesem Weg sind Infizierte auch schon ansteckend bevor der klassische Hautausschlag auftritt.   

Wie gefährlich ist die Krankheit?

Die Affenpocken heilen in der Regel von alleine ab. Behandelt werden nur die Symptome wie Fieber und Juckreiz. Wichtig ist laut Primaria Erne vor allem, dass infizierte Personen sich isolieren, damit sie niemanden anstecken, und zwar solange, bis die Krusten der Pusteln abgefallen sind. Die Pusteln können wie bei Windpocken auch Narben hinterlassen. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, die den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Bisher wurden in Europa vor allem leichte Verläufe beobachtet. Menschen, die noch gegen Pocken geimpft wurden, haben auch gegen Affenpocken einen Teilschutz. Bei ihnen tritt die Krankheit in abgemilderter Form auf. In Italien wurde die Pflicht zur Pockenimpfung 1977 ausgesetzt und 1981 abgeschafft, da die Krankheit als ausgestorben gilt. Das heißt, Menschen die heute Anfang 40 und älter sind wurden noch geimpft und haben damit auch einen Teilschutz gegen Affenpocken, die Jüngeren nicht.

(sf)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Gesundheit