Das einstige Startup-Unternehmen Alpitronic hat sich mit der Herstellung von Hyperchargern - also schnellen Ladesäulen für Elektroautos - zum Erfolgsunternehmen gemausert. Nun wollte die Firma rund um Geschäftsführer Philipp Senoner einen zeitgemäßen Firmensitz bauen - in Südtirol. "Die Alpitronic ist seit knapp drei Jahren auf der Suche nach einem Standort, der zentral aus allen Landesteilen sehr gut zu erreichen ist – unsere Mitarbeiter kommen von überall her und die zentrale Erreichbarkeit ist ein sehr wesentlicher Aspekt", teilt der Geschäftsführer auf Rai-Anfrage mit.
Zu Beginn lief auch alles nach Plan: Auf dem Gemeindegebiet von Terlan, in Siebeneich, waren 40.000 Quadratmeter dafür geplant. "Der Eigentümer des Grundstücks war bereit, zu verkaufen. Der Gemeindeausschuss fand das Projekt gut, auch die Baukommission der Gemeinde. Doch dann kam alles anders.
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Zu Beginn lief auch alles nach Plan: Auf dem Gemeindegebiet von Terlan, in Siebeneich, waren 40.000 Quadratmeter dafür geplant. "Der Eigentümer des Grundstücks war bereit, zu verkaufen. Der Gemeindeausschuss fand das Projekt gut, auch die Baukommission der Gemeinde. Doch dann kam alles anders.
Rückzug des Verkäufers, Negativ-Gutachten beim Land
In der Gemeinde gab es kritische Stimmen, sagt Bürgermeister Hans Zelger. Ein Drittel war dafür, ein Drittel gegen den Standort Alpitronic und ein weiteres Drittel recht unsicher. Letztlich kam auch ein Negativgutachten vom Landesamt für Raum und Landschaft dazu. Eigentlich wäre nach der Bewertung des Landesamtes der Gemeinderat am Zug gewesen, sagt der Bürgermeister, aber zu einer Abstimmung kam es nicht. Denn: "Auch der Grundbesitzer war nicht mehr bereit, zu verkaufen", sagt der Bürgermeister. "Wir haben also unseren Beschluss von 2021 zurückgezogen." Sollte weiter Bedarf bestehen, der Grundbesitzer es sich anderes überlegen oder nur einen kleineren Grund verkaufen wollen, begänne das ganze Prozedere von vorn, sagt Zelger.Alpitronic sieht Entwicklung in Südtirol sehr schwierig
Die Alpitronic sieht das Scheitern als Zeichen schlechtes Zeichen für junge, innovative Unternehmen. "Das Signal für die Start-Up-Szene in Südtirol ist sehr bedenklich, das Gründen von innovativen Unternehmen ist gewünscht, sich dann entwickeln zu können, wenn man Erfolg hat, wird sehr schwierig", schreibt Senoner. Das größte Hindernis sieht er darin, dass es in Südtirol wenig verfügbare, zentral liegende Flächen für die Industrie gebe. "Dazu kommt dann meist eine starke Lobby von Bedenkenträgern und Gegnern die so ein Vorhaben torpedieren." Zum Projekt der Alpitronic sei viel Falsches herumerzählt worden. "Etwa dass wir ein Betonwerk bauen würden oder dass ein 25 Meter hoher Turm entstünde."Das Signal für die Start-Up-Szene in Südtirol ist sehr bedenklich, das Gründen von innovativen Unternehmen ist gewünscht, sich dann entwickeln zu können, wenn man Erfolg hat, wird sehr schwierig.
Alpitronic-Geschäftsführer Philipp Senoner
Bozen will aushelfen
Die Business Location Südtirol (BLS), jene Agentur, die sich bemüht, aus Südtirol einen möglichst attraktiven Standort für Unternehmen zu machen, bemüht sich in Absprache mit dem Landesamt um eine Lösung. Derweil will Bozen einspringen: Die Obstgenossenschaft Frubona stelle einen Teil ihres Geländes zur Verfügung, sagte Bozens Vizebürgermeister Luis Walcher zu Rai Südtirol. Die Bozner Stadtpoltik sei sich einig, dass man alles tun müsse, ein solches Erfolgsunternehmen im Land zu halten.Alpitronic: Hoffen auf Zukunft in Südtirol
Alpitronic sieht sich nach dem Scheitern in Terlan vor eine Entscheidung gestellt. "Wir haben nun ein großes Problem, denn wir haben aktuell keine weitere Option in Südtirol", schreibt Geschäftsführer Senoner. "Kritiker erwähnen oft, dass in der Bozner Industriezone Vieles leer stehe. Wir konnten jedoch nichts finden, wo wir 40.000 Quadratmeter produktive Fläche realisieren könnten und die Möglichkeit einer Erweiterung in einem zweiten Moment bestünde." Man müsse sich nun intern abstimmen, das weitere Vorgehen definieren. "Wir hoffen sehr, eine Lösung zu finden, die es uns erlaubt in Südtirol zu bleiben."ge