Tagesschau
26. September 2022 aktualisiert um 23:45
Politik und Institutionen

Italien

Streit um das Wasser aus dem Gardasee

Die Gemeinden rund um den Gardasee wehren sich dagegen, Wasser aus dem See in den Po zu leiten. In Piacenza musste ein Wasserkraftwerk vorübergehend vom Netz genommen werden. Der Grund: Der niedrige Wasserstand des Po.
Quelle © Ansa
Der Po führt extrem wenig Wasser, an einigen Stellen haben die Behörden historische Tiefststände gemessen. Der Gardasee dagegen ist noch zu rund 60 Prozent mit Wasser gefüllt. In den vergangenen Tagen ist deshalb die Idee aufgekommen, Wasser aus dem See in den Fluss abzuleiten.
  
Dagegen aber wehrt sich die Vereinigung der Gemeinden am Gardasee. Es sei nicht so, dass der Gardasee kein Wasser für den Fluss Po freigeben wolle, sagte Generalsekretär Pierlucio Ceresa, es sei aber einfach zu wenig Wasser da. Würde der Plan umgesetzt, dann bliebe am Ende nicht nur ein "kranker Fluss Po", sondern auch ein "kranker Gardasee" zurück. Ceresa sprach von der schlimmsten Krise seit 60 Jahren.

Enel nimmt Wasserkraftwerk vom Netz

Der italienische Landwirteverband Coldiretti warnte vor schlechter Ernte und wegen des Stresses für Nutztiere vor bis zu zehn Prozent weniger Milch. Im nördlichen Piemont rationierten die Behörden in einigen Gemeinden schon das Trinkwasser, in anderen Gegenden droht das ebenfalls. Der Energieversorger Enel nahm wegen des niedrigen Pegelstands im Po ein Wasserkraftwerk nahe Piacenza vom Netz.

ep/apa

					

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