Tagesschau
06. Oktober 2022 aktualisiert um 18:45
Chronik

Klimwawandel

Mont Blanc: Bergführer warnen vor Aufstieg

In den Westalpen schlagen Bergführer Alarm: Routen auf den Mont Blanc und auf das Matterhorn sind aufgrund der hohen Temperaturen zu gefährlich.
Quelle © Italienischer Bergführer Berband
Heiß, heißer, zu heiß - und damit ist auch das Bersteigen auf den großen Gletschern in den Westalpen nicht mehr möglich. Aufgrund der hohen Temperaturen in der Höhe hat jetzt der italienische Bergführer-Verband Alarm geschlagen. Für sie ist das Besteigen der Gletscher wie dem Mont Blanc nicht mehr länger möglich. Ähnlich ist die Situation auch in den Schweizer und Französischen Bergen. Auch hier sehen die Bergführer ähnliche Gefahren und haben die Routen auf bekannte Berge als zu gefährlich eingestuft.



„Die Bergführer des Aostatales haben gemeinsam mit den Kollegen aus Saint Gervais Mont Blanc, Chamonix, Verbier und Zermatt entschieden, folgende Routen abzusagen:
- auf die Berghütte Goûter, also der Normalweg auf den Mont Blanc aus Frankreich,
- auf den "Gengiva" und auf den "Dente del Gigante" ("Zahn des Riesen") in Richtung Rochefort-Kamm,
- auf das das Matterhorn, sowohl über den Löwenkamm, als auch über den Hornly-Kamm.
- Abzuraten ist auch eine Tagestour auf den Pollux “

Mehrere Vorkommnisse beobachtet

Die Bergführer aus allen drei Ländern beobachten auf den Routen bis zu einer Meereshöhe von rund 4.000 Metern gleich mehrere Vorkommnisse, die sie zu dieser präventiven Vorsichtsmaßnahme bewegt haben. Es ist einerseits die Trockenheit, die sich auch in diesem Gebiet der Alpen bemerkbar gemacht hat. Zudem sind den Bergführern vermehrt Steinschläge aufgefallen. Und zuletzt lassen die hohen Temperaturen der vergangenen Tage keine Besserung der Sicherheit am Berg zu.

Sogar der Normalweg von italienischer Seite auf das gesamte Massiv des Matterhorns wird aktuell den Gästen nicht mehr angeboten.
 
Die Entscheidung nach zwei Jahren Pandemie trifft auch die Bergführer bei der Ausübung ihres Berufes hart.

Fünf Personen auf Marmolata gerettet

Fünf französische Bergsteiger mussten währenddessen auf der Marmolata gerettet werden. Das schreibt am Dienstag der Corriere della Sera. Die Franzosen haben einen unversperrten Weg, den „Don Chisciotte“, aus dem Veneto für den Aufstieg gewählt. Den Gipfel aber erreichten sie erst am Ende des Tages. Sie hatten sich in den Abendstunden im Gletschereis verlaufen. Nachdem sie keinen Ausweg mehr gefunden haben, alarmierten die fünf Freunde die Bergrettung. Die Bergretter aus dem Fassatal bargen die Alpinisten mit dem Hubschrauber.

Es ist dies die erste Rettungsaktion nach dem Gletschersturz vor wenigen Wochen auf der Marmolata. Den fünf Bergsteiger droht eine Anzeige.

tat 

					

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