Tagesschau
11. August 2022 aktualisiert um 18:41
Politik und Institutionen

Österreich

Sonntagsfrage: SPÖ deutlich vorn, ÖVP und FPÖ gleichauf

Wären heute Nationalratswahlen in Österreich, so wäre die SPÖ die stärkste Partei. ÖVP und FPÖ lägen gleichauf. Die Grünen verlieren deutlich.
Quelle © pixabay Die Sonntagsfrage will ergründen, wie das Parlament zusammengesetzt wäre, wenn heute gewählt würde.
Die Sonntagsfrage will ergründen, wie das Parlament zusammengesetzt wäre, wenn heute gewählt würde.
Die SPÖ liegt in der Sonntagsfrage deutlich vor der Kanzlerpartei ÖVP: Der aktuelle APA/ATV-"Österreich-Trend" weist für die SPÖ 29 Prozent aus, für die ÖVP nur mehr 22 Prozent. Sie liegen damit gleichauf mit der FPÖ. Das Zeugnis für die Bundesregierung fällt schlecht aus: Über zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sind mit der Arbeit der Koalition von ÖVP und Grünen nicht zufrieden.

Befragt wurden zwischen dem 27. und dem 30. Juni online und telefonisch 800 Personen ab 16 Jahren. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent.

Der Vergleich mit den letzten Wahlen 

Bei der Nationalratswahl 2019 lag die ÖVP mit 37,5 Prozent noch deutlich auf Platz eins, zwischenzeitlich lag man in Umfragen sogar deutlich darüber (z.B. 46 Prozent im April 2020). Im letzten "Österreich-Trend" im heurigen April lagen ÖVP und SPÖ beide bei 26 Prozent, nun zieht die SPÖ in der Sonntagsfrage davon. Die Roten stehen bei 29 Prozent, bei der Wahl 2019 hatten sie 21,2 Prozent erreicht. Die ÖVP rutscht weiter ab und kommt nur mehr auf 22 Prozent - gleich viel wie die Freiheitlichen (NR-Wahl 16,2 Prozent).

Die Grünen kamen bei der letzten Wahl auf 13,9 Prozent und im "Österreich-Trend" vom April auf 12 Prozent, verloren nun aber weiter auf 10 Prozent. Auf 10 Prozent kommen auch die NEOS - sie konnten sich damit verbessern, von 8,1 Prozent bei der letzten Wahl und 9 Prozent im letzten "Österreich"-Trend. Die nicht im Nationalrat vertretene MFG sinkt in der Umfrage auf fünf Prozent.

Der beliebteste Kanzler 

Könnte man den Kanzler direkt wählen, hätte der amtierende Karl Nehammer (ÖVP) mit 32 Prozent noch knapp die Nase vorn. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner käme auf 29 Prozent, FPÖ-Chef Herbert Kickl auf 20 Prozent, NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger auf 10 Prozent und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) auf 9 Prozent.

Die Arbeit der türkis-grünen Koalition kommt nicht gerade gut an. 69 Prozent geben schlechte Noten: 32 Prozent sind "weniger zufrieden", 37 Prozent "gar nicht zufrieden". Ein knappes Viertel (24 Prozent) gab an, "eher zufrieden" zu sein, "sehr zufrieden" sind lediglich drei Prozent. Auch in der eigenen Wählerschaft können ÖVP und Grüne bei Weitem nicht alle überzeugen: Unter ÖVP-Wählern sind 30 Prozent unzufrieden, bei den Grün-Wählern sogar 44 Prozent.

Von der aktuellen Situation mit Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg fühlt sich ein Fünftel der Befragten "sehr stark" und 47 Prozent "eher schon" belastet.

pm/apa 

					

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