Tagesschau
07. Dezember 2022 aktualisiert um 21:17
Umwelt

Südtirol

Wassernotstand im ganzen Land - doch nicht für alle

Wegen Wassernotstand wird die Bewässerung eingeschränkt - doch es gibt Ausnahmen.
Quelle © Pixabay
7500 Hektar Beregnungsfläche, 67 Bewässerungsanlagen und 5.500 Mitglieder im Einzugsgebiet zwischen Plaus und Mals. Das Bonifizierungskonsortium Vinschgau ist zweifelsfrei der mit Abstand größte Bewässerungsverbund im Land. Von der Wassernotstandsverordnung sind die Mitglieder und damit praktisch die gesamten Obstbauern im Vinschgau aber ausgeschlossen.

Verordnung nur zum Teil umzusetzen

Der Grund: Hier wird in Turnussen beregnet. Eine Einhaltung der Verordnung wäre auch nur teilweise möglich, erklärt Gottfried Niedermair, Geschäftsführer des Konsortiums. "Es gibt einzelne Anlagen, die so ausgelegt sind, dass man auch nachts beregnen könnte. Bei kleineren Anlage mit kleineren Leitungen und kleinerem Einzugsgebiet können wir die Nachtberegnung nicht gewährleisten", erklärt er. 

Wo es möglich ist, habe das Konsortium die Bewässerung bereits in die Nachtstunden verlegt, weil die Engpässe vohersehbar gewesen seien, so Niedermair. Beim Vinschger Konsortium kann ein Mitglied gar nicht selbst entscheiden, wann es beispielsweise seine Obstanlage bewässert. "Grundsätzlich sind die Bewässerungsanlagen so ausgelegt, dass es bei Oberkronenberegnung für einen wöchentlichen Turnus reicht. Je nachdem wie groß die Stellen sind, dauert der Betrieb drei bis acht Stunden."

Weniger Verdunstung in der Nacht

Das Bonifzierungskonsortium bezieht die Hälfte seines Wassers von Druckstollen oder Stauseen der Alperia, die andere Hälfte kommt von Fließgewässern, also von der Etsch und kleineren Nebenflüssen. Im Vinschgau gibt es noch relativ viel Oberkronenbewässerung. Die Umstellung auf die deutlich ressourcenschonendere Tropfbewässerung sei aber im Laufen, erklärt Niedermair. "Die Hälfte der Obstanlagen sind mittlerweile umgestiegen."

Und auch sonst sei das Vinschger Bewässerungskonsortium bemüht, Maßnahmen zu setzen um Wasser zu sparen. Jährlich würden fünf Millionen Euro in Leitungen investiert, um Wasserverlust einzuschränken. 

Während die Verordnung zum Wassernotstand die Bauern im Vinschgau kaum betrifft, sind es weiter südlich im Etschtal deutlich mehr. Beispielsweise jene, die ihr Wasser aus einem eignenen Tiefbrunnen beziehen. Die Vorteile einer Bewässerung in den Nachtstunden liegen laut dem Geschäftsführer des Vinschger Bonifzierungskonsortiums auf der Hand. "Die Verdunstungswerte sind enorm niedriger", sagt er.

Das Verbot, öffentliche und private Grünanlagen zu bewässern, gilt von 9 bis 20 Uhr. Es betrifft fast das ganze Land. 

mk

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Umwelt