Tagesschau
11. August 2022 aktualisiert um 18:41
Politik und Institutionen

Südtirol

Wohnbau-Reform: Lob und Kritik

Der Vizepräsident des Südtiroler Wohnbauinstitutes Heiner Schweigkofler findet die Reform notwendig. Die ehemalige Wobi-Präsidentin Rosa Werth-Franzelin hingegen übt Kritik.
Quelle © Tagesschau Ein WOBI-Bau in Bozen
Ein WOBI-Bau in Bozen
Mehr als 13.000 Wohnungen verwaltet das Wohnbauinstitut WOBI im ganzen Land. Es bietet sozial Bedürftigen leistbaren Wohnraum, aber nicht nur. Denn mit der Reform des WOBI, die am Freitag vom Landtag beschlossen wurde, sollen künftig Wohnungen auch an den Mittelstand vermietet werden. Das wurde als große, wichtige Neuerung verkündet. Doch ist sie das auch? 

Das Lob: Notwendige Reform

Grundsätzlich bewertet der Vizepräsident des Südtiroler Wohnbauinstitutes, Heiner Schweigkofler, das neue Landesgesetz zum öffentlichen und sozialen Wohnbau als eine notwendige Reform. Es werde vieles vereinfachen und klären, betont er. Das alte Gesetz aus dem Jahr 1998 sei nämlich völlig unüberschaubar gewesen - sowohl für Planer als auch für Experten. Gleichzeitig hebt Schweigkofler hervor, dass nun vorgesehen sei, die WOBI-Siedlungen besser zu durchmischen und soziale Brennpunkte zu vermeiden. 

Die Kritik: Altes neu verkauft 

Dass die Reform die WOBI-Wohnblöcke groß verändern wird, das glaubt die ehemalige WOBI-Präsidentin, Rosa Werth-Franzelin, aber nicht. Für sie steht fest: Viele Ideen in der Reform seien keineswegs neu. Sie verweist dabei auf die gesellschaftliche Durchmischung. Diese sei bisher lediglich nicht angewandt worden. Besser funktionieren könne dieses Prinzip in Zukunft nur, wenn man auch Mietbetreuer in den WOBI-Wohnanalgen einsetzen würde. Die Bewohner würden nämlich oft nicht von selbst aufeinander zugehen. 

WOBI-Vizepräsident Schweigkofler lässt die Kritik von Werth-Franzelin so nicht gelten. Die Reform sei vor allem eines: Sie sei notwendig gewesen und bringe mit der neuen leistbaren Miete auch einen neuen Ansatz. Das sei vor allem in den Ballungszentren, aber auch immer mehr im ländlichen Raum notwendig, damit die Menschen nicht einfach abwandern. 

az/hase

					

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