Tagesschau
13. August 2022 aktualisiert um 19:44
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Maßnahmen gegen Armut

Coronakrise, Energiekrise und der Ukrainekrieg: Politik und Verbände wollen gemeinsam die Armut bekämpfen.
Quelle © Pixabay
Vor dem Hintergrund der aktuellen allgemeinen Preissteigerungen sowie der Pandemieerfahrungen ist es es nötig, gemeinsam kurzfristige Maßnahmen und mittel- und langfristige Strategien zur Vermeidung von Armutsrisiken zu erarbeiten. Diese Meinung vertreten alle Teilnehmer des ersten Treffens des Netzwerk Armutsprävention. 

Auf Einladung der Soziallandesrätin haben sie sich vor Kurzem erstmals getroffen. Ressortdirektor Luca Critelli berichtete dabei über die unterschiedlichen Maßnahmen, die bereits auf Landes- und Staatsebene greifen: "Wir stellen jährlich rund 45 Millionen für Leistungen der Finanziellen Sozialhilfe zur Verfügung, für Familien gibt es zudem noch eigene Leistungen, die im Vorjahr über 70 Millionen Euro ausgemacht haben."

Zudem habe das Land in der Pandemiezeit drei außerordentliche Unterstützungsleistungen bereitgestellt. Im laufenden Jahr würden außerdem die Bezieher des Beitrages für Wohnungsnebenspesen und des Landeskindergeldes Einmalzahlungen von 500 bzw. 400 Euro erhalten.

Aber diese finanziellen Hilfsmaßnahmen sorgen kurzfristig auch oft zu Preissteigerungen.
Auch deshalb will die Landesregierung an Anpassungen der bestehenden Leistungen oder an neuen Maßnahmen arbeiten.

Die Vertreter der Südtiroler Verbraucherzentrale, der Gewerkschaften, des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit, der Caritas, der KVW und des Südtiroler Seniorenbundes schlugen deshalb gemeinsam mit der Landesregierung sowohl kurzfristige, schnell umsetzbare Maßnahmen für den Herbst vor, auch wegen der weiter steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten.

Andererseits brauche es auch mittel- und langfristige Strategien für die Armutsprävention, um das soziale Netz weiter verdichten zu können. Dafür solle als nächster Schritt eine umfassende Datensammlung vorgestellt werden, mit deren Hilfe man die unterschiedlichen Zielgruppen für mögliche Unterstützungsmaßnahmen ausmachen wolle.

Für diesen Schritt sollen auch die zuständigen Sozialreferenten der Gemeinden und Bürgermeister miteinbezogen werden.

Jetzt gilt es diesen Absichtserklärungen auch konkrete Taten folgen zu lassen.
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cb

					

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