Tagesschau
13. August 2022 aktualisiert um 19:44
Politik und Institutionen

Japan

Hiroshima: vor 77 Jahren Atombombe abgeworfen

Japan erinnert an den atomaren Anschlag. UN-Chef Guterres: „Die Menschheit spielt mit einer geladenen Waffe“.
Quelle © Ansafoto

Die japanische Stadt Hiroshima hat am Samstag zu einer Gedenkfeier eingeladen, zum 77. Jahrtag des Abwurfs der Atombombe. Erstmals seit zwölf Jahren war auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen wieder anwesend. Antonio Guterres sagte „Die Menschheit spielt mit einer geladenen Waffe.“ Und warnt:

„Krisen mit schweren nuklearen Untertönen breiten sich schnell aus - der Nahe Osten, die koreanische Halbinsel, Russlands Einmarsch in der Ukraine."

Antonio Guterres, Chef der Vereinten Nationen

„Eine Lösung: keine Atomwaffen“

Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, rief Guterres zur Abschaffung aller Atomwaffen auf. Bis zum 26. August läuft in New York die Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag und Guterres richtete seine Ansprache in Hiroshima an diese Konferenz: Man möge dringend darauf hinzuarbeiten, Atomwaffen abzuschaffen, „da sie unsere Zukunft bedrohen."
Die atomare Abrüstung war schon vor Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ins Stocken geraten. Jetzt wird die Reduzierung der knapp 13.000 Atomwaffen weltweit noch schwerer. "Wir müssen die Schrecken von Hiroshima jederzeit im Auge behalten und erkennen, dass es nur eine Lösung für die nukleare Bedrohung gibt: überhaupt keine Atomwaffen zu haben", sagte der UN-Generalsekretär, der für seine Rede in Hiroshima Applaus erhielt. 

Putins Versprechen

Um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als der US-Bomber Enola Gay am 6. August 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen "Little Boy" über Hiroshima abgeworfen hatte, legten die Menschen in Hiroshima eine Schweigeminute ein. Russland hatte kürzlich bekräftigt, keinen Atomkrieg starten zu wollen. "Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf", schrieb Präsident Wladimir Putin in einem Grußwort an die Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York.

Die Bombe von Hiroshima

Zehntausende Bewohner von Hiroshima waren beim Abwurf der amerikanischen Atombombe damals sofort ums Leben gekommen, insgesamt starben bis Ende 1945 schätzungsweise 140.000 Menschen. Drei Tage nach Hiroshima warfen die USA eine zweite Atombombe über Nagasaki ab. Kurz danach kapitulierte das japanische Kaiserreich. Hiroshima ist heute ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden.
 
tat ansa

					

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